Heimkinos

Reportage

Aufmacher

The Hidden Cinema

Metalmania - gemütlich!

von Cai Brockmann (IMAGE Home Entertainment)


Katzen, so haben es Herr und Frau G. schon öfter gehört, Katzen lägen am liebsten dort, wo negative Energien fließen. Oder wo es ganz besonders kuschelig ist, behaupte ich in Erinnerung an meinen Kater Gonzo, der immer auf dem dicken Bett herumlümmelte – wenn er nicht gerade vor dem Futterschrank auf der Lauer lag oder die beiden anderen Stubentiger in der weitläufigen Berliner Altbauwohnung terrorisierte. Und auf die Idee, mein Bett wäre je von negativen Energien durchdrungen, komme ich selbst nach über zehn Jahren Katzenabstinenz nicht. Habe schon immer hervorragend geschlafen.

Übrigens: Um sich zur allerletzten Ruhe zu begeben, krabbelte der steinalte Gonzo, ein notorischer Herumstreuner mit heraushängender Zunge, heimlich durch die Reflexöffnung meiner Profi-Bassbox. Dort drinnen machte er es sich auf einer festgetackerten Akustikschaummatte bequem und entschlief heimlich, still und leise. Gar nicht seine Art. Selbst an dieser Stelle kam negative Energie eigentlich nur auf, als ich den sanft entschlafenen Ex-Straßenkater endlich entdeckte und aus der Tiefe des Raumes, nämlich hinter dem verschraubten und vergitterten 15-Zoll-Tieftöner, bergen musste. Danach lieferte die Bassbox wieder die gewohnten „good vibrations“. Und Gonzo blieb irgendwie doch in guter Erinnerung ...

Der Kater von Herrn und Frau G. heißt Joschka, ist ungefähr doppelt so rund wie der stets ausgemergelte Gonzo selig – also immer noch kein bisschen dick – und absolut lebendig. Joschka hat sich gerade zum gemütlichen Dösen an seine Lieblingsstelle hinter einem Sessel im Wohnzimmer gelegt. Er wird während unseres Besuches zwar ein paar Mal müde aufblinzeln, sich aber praktisch nicht mehr von der Stelle bewegen. Nicht mal, als Fotograf Rolf Winter kilometerweise Kabel zum Ausleuchten der Räumlichkeiten verlegt. Und das ist durchaus bemerkenswert, denn eigentlich liebt es Joschka, an Kabeln herumzuknabbern. Deswegen legt sich der brave Kater wahrscheinlich auch nie ins Heimkino seiner Futtergeber. Dort gibt es nämlich kaum Kabel zu sehen, geschweige denn anzuknabbern. Herr und Frau G. haben schlauerweise vorgesorgt. Außerdem, so empfindet es auch jeder Besucher, ist die Kino-Installation derart gut gelungen, dass hier eigentlich nur gute Energien fließen können. Joschka scheint’s gemerkt zu haben.

So, genug der halbgaren Spökenkieker-Esoterik. Schließlich befinden wir uns hier bei einem ganz bodenständigen Pärchen, in einem ganz bodenständiges Haus und in einer ganz bodenständigen Gegend. Wieder einmal sind wir zu Besuch im ländlichen, herbstlichen Hessen, mittendrin zwischen Frankfurt und Kassel, das Studentenstädtchen Marburg nicht allzu weit entfernt. Schön ruhig ist es hier, inmitten saftiger Wiesen, fernab jeder Hektik. Gegenüber in dieser Sackgasse wartet ein Häuschen auf seine endgültige Fertigstellung. Momentan ist niemand draußen zu sehen, was nicht weiter verwunderlich ist, denn es nieselt und der Supersommer ist schon lang vorüber.

Die ruhige Lage fernab jeder Großstadt bietet unbestreitbare Vorteile, heimkinotechnische zum Beispiel, aber durchaus auch ein paar Nachteile. Die haben Herr und Frau G. selbstverständlich wohl überlegt und gegeneinander abgewogen. Beginnen wir doch einfach mal mit den – überschaubaren – Nachteilen. Herr G. nennt dazu nur trocken die beiden Zahlen „4“ und „20“. Das mag nach einem unbekannten Kartenspiel klingen, stellt sich aber als tägliche Weckzeit des Hausherrn heraus. Ich hingegen, passionierter Nachtmensch und Spätaufsteher, bin ziemlich beeindruckt, fast ein wenig verängstigt. Vier Uhr zwanzig! 4:20! Unfassbar, wie kommt’s?

Zum Frühsport steht Herr G. jedenfalls nicht auf, das steht fest. Denn das wäre ja wohl eine freiwillige Entscheidung und somit kaum als „Nachteil“ zu verbuchen. Ist Herr G. vielleicht Bäcker? Morgenzeitungskurier? Straßenkehrfahrzeugführer? Frühschichtfließbandmeister? – Keineswegs. Herr G. geht vielmehr einem Job nach, der eher das genaue Gegenteil darstellt, zumindest, was den Anteil an handfestem Körpereinsatz betrifft: Herr G. ist nämlich schlicht und ergreifend Finanzbeamter. Allerdings einer, der seinem Job so früh wie möglich nachgehen will und dafür auch noch eine enorme Strecke zurückzulegen bereit ist. Herr G. fährt, mangels geeigneter öffentlicher Verkehrsmittel, mit dem Auto zur Arbeit. Jeden Morgen schlappe 130 Kilometer ins Amt nach Wiesbaden, spätnachmittags wird wieder zurückgestaut – macht tagtäglich 260 Kilometer, erklärt auch den schnellen Diesel vorm Haus, der die Kraftstoffkosten nicht völlig explodieren lässt, und sorgt für gesunden Tiefschlaf weit vor Mitternacht.

Frau G. ist jobmäßig zwar gänzlich anders aufgestellt, aber unter der Woche fast ebenso viel unterwegs wie ihr Mann. Frau G. betreut nämlich Fertighäuser der Firma Finger, und zwar 1.) in ganz Deutschland und 2.) vom Grundriss bis zur Kundenabnahme. Und die studierte Architektin fühlt sich dabei trotz umfangreicher Dienstreisen wohl. Nicht zuletzt trug ihr Job ja auch dazu bei, dass wir heute bei dem jungen Paar zu Gast sind. Denn vor rund drei Jahren bot ihr die Firma ein Grundstück zum Kauf an, nah der Heimat und überaus günstig. Nach sorgfältiger Kalkulation erwies sich diese Offerte als willkommene Alternative zur ungeliebten Mietwohnung. In den etwas beengten Räumlichkeiten hatten die beiden Filmfans bereits den Grundstock zum erträumten ausgewachsenen Heimkino gelegt – und schon einen etwas verkniffenen Nachbarn näher kennenlernen müssen, der mit der zunehmend potenteren und basstüchtigen Soundanlage von nebenan keinen – und erst Recht nicht seinen – Nutzen erkennen konnte.

Ein eigenes Haus lockte daher nicht nur mit erheblich mehr Platz, sondern auch mit pegeltechnischer Freiheit. Auch rückte damit das lang ersehnte Riesenbild mittels Projektor und Leinwand in greifbare Nähe. Herr und Frau G. ergriffen die Gelegenheit und planten ein unauffälliges, aber elegantes und pfiffiges Häuschen, das unbedingt mit einem eigenen Heimkino-Areal ausgestattet sein musste. Ein abgeschlossenes Zimmer stand dabei nicht zur Debatte, auch kein Kellerraum oder irgendein winziges Loch unterm Dach. Vielmehr sollte sich das künftige Privatkino zu einer Seite dem Wohnzimmer und den weiteren angrenzenden Räumlichkeiten öffnen. Eine semi-integrative Lösung, sozusagen. Nicht direkt Wohnzimmer, aber auch kein einsames Separée.

Kein Problem, Frau G. ist schließlich vom Fach. Zudem konnte sie bereits auf etliche Erfahrungen zurückgreifen, die ihre Kunden, vom filmbegeisterten Bauherrn bis zum störrischen Architektenkollegen, in puncto Heimkino gemacht hatten. Gesagt, geplant, gebaut. Ein paar Monate später ist das freundlich gestaltete Wunschhaus fertig. Im Erdgeschoss verschmelzen Küche, Essbereich, Wohnzimmer und Wintergarten nahtlos, aber dennoch räumlich strukturiert. Und von den insgesamt 72 offenen Quadratmetern wartet, gegenüber dem rundum verglasten Wintergarten, ein Viertel der Fläche auf Heimkino-Bestückung.

Endlich ist genug Platz, um die nacheinander einzeln erworbenen Teufel-Lautsprecher und den großen selbstgebauten Subwoofer unterzubringen. Auch eine anständige Leinwand passt jetzt mühelos hinein, sie ist nur noch nicht gebaut. Doch eines ist klar: Das zukünftige Riesenbild soll und wird – jetzt heißt’s tapfer sein, liebe Bärenfellfreunde – den dort installierten Kamin vollständig verdecken. Bis es allerdings so weit ist, dass der echte Kamin womöglich mit einem viel größeren, nämlich projizierten Kamin in 16:9 übertrumpft werden kann, ziehen noch gut zwei Jahre ins Land. So lange stehen Lautsprecher und Elektronik etwas verloren im ansonsten schmucklosen Raum herum und verbreiten alles andere als Kinoatmosphäre.

Das designierte Lichtspielhaus ist tatsächlich zwei Jahre lang nichts weiter als ein helles Halbzimmer ohne Flair, ohne cineastische Würze. Der Vorhang bleibt dementsprechend häufig geschlossen, die Vorstellungen fallen öfter aus als ursprünglich geplant. Warum eigentlich? Zum einen, weil Herr und Frau G. mit dem Hausbau eine durchaus perfektionistische Ader freigelegt haben und eine Sache lieber gar nicht, als nur zur Hälfte durchziehen. „Das Ambiente muss zu 100 Prozent stimmen“, sagt Frau G. und ihr Mann nickt. Zum anderen dauert es eben diese Zeit, bis die beiden auf etwas stoßen, was den brachliegenden Innenausbau endlich beschleunigt.

Auf der Fotokina 2002 in Köln passiert es. Dort entdecken Herr und Frau G. den Stand von Scenic Design. Die US-amerikanische Firma ist Spezialist für eindrucksvolle Hintergründe und fertigt höchst detaillierte Ausstattungen für professionelle Fotoproduktionen an (www.scenicdesign.com). Und zwischen allerlei märchenhaften, romantischen und kitschigen Bühnenbildern steht da auch dieses leicht rostig wirkende Stahlträger-Outfit, diese unglaublich massiv wirkende Setdekoration, die es den beiden Filmfans sofort angetan hat. „Heavy Metal“ heißt diese Variante passenderweise, ist aber alles andere als sauschwer. Es ist eine dreidimensional gegossene Kulisse aus dünnem Latex – eine ebenso leichte wie absolut unerschwingliche Angelegenheit für unsere Lichtspielhäuslebauer.

Macht aber nix. Denn endlich hat die „richtige“ Inspiration gezündet und auch den handwerklichen Ehrgeiz von Herrn G. wieder erweckt. Wie praktisch, dass der sportlich wirkende Kopfarbeiter vor seinem Beamtenjob eine ganz handfeste Schlosserlehre absolvierte. Mit manuellem Geschick und ein wenig Recherche unter Freunden findet er schnell heraus, wie man das Heavy-Metal-Set für schmales Geld selbst herstellen kann. Er verrät es uns:
Als preisgünstiges Basismaterial kommt vor allem die baumarktübliche Spanplatte in Frage, die dort auch praktischerweise zugeschnitten wird.

Auf das Holz wird vollflächig satte, matte und sehr schwarze Abtönfarbe aufgebracht, danach erfolgt die Veredlung ins Rostige, nein, eigentlich ins Kupferne. Für diese Hobby-Alchemie nach dem Motto „Holz zu Metall“ braucht man eine Dose Dulux Creative MetallEffekt Kupfer und einen geeigneten breiten Pinsel. Dieser wird kurz ins „flüssige Kupfer“ eingetunkt, sodann fast vollständig wieder ausgestrichen und der verbliebene Rest dann mit lockerem, aber bestimmtem Strich über die schwarzen Flächen geführt – Donnerlittchen, der Zauber wirkt, und zwar verblüffend echt! Es fällt wirklich nicht schwer sich vorzustellen, dass die Oberkulissenprofis in Hollywood mit den gleichen Tricks arbeiten könnten.

Der Kupfer-Effekt ist Herrn G. jedenfalls so verblüffend gut gelungen, dass ich mich schon per Klopftest versichern muss, dass hier keine massiven Träger und Metallplatten das Kino stützen. Sorry, Scenic Design, es muss wohl doch nicht immer allerfeinstes Latex sein, um Schwermetall glaubhaft zu imitieren.

Und richtig ergiebig ist der Kupfereffektlack auch noch. Obwohl mittlerweile eine Riesenfläche des Privatkinos metallisiert wurde, zeigt mir Herr G. noch einen stolzen Rest, der da in der unscheinbaren Halbliter-Dose auf seinen nächsten Streich wartet. Es ist auch schon klar, was er als nächstes in Kinokupfer verwandeln wird: die Lautsprecherstative nämlich. Es hat schlichtweg die Zeit nicht mehr ausgereicht, bis zum heutigen Fototermin auch noch die vorhandenen Pläne für neue, selbstverständlich eigenhändig zurechtgesägte Ständer umzusetzen. Ich sage nur: vier Uhr zwanzig.

Apropos Zeit: Wie sieht denn eine typische Woche im Hause G. aus? Wieviel Anteil hat das Heimkino an der Freizeit, wenn man von der Alchemie einmal absieht? Auch in diesem Punkt ist eine gewisse, positive Kompromisslosigkeit des Pärchens spürbar, die sich indirekt auch im DVD-Regal – von ultradünnen blauen Neonlampen eindrucksvoll illuminiert – ablesen lässt: Zahlreiche DVDs sind noch originalverpackt und warten zum Auspacken und Abspielen nur auf den richtigen Moment. Der wiederum kehrt praktisch jedes Wochenende – weckerlos und genussorientiert – wieder und mündet meist vor der Leinwand.

Das Kinovergnügen wird von Herrn und Frau G. dann regelrecht zelebriert. Unter stilvollem Einsatz von Lichtsteuerung, Knabbergebäck und kühlen Getränken lassen sich die beiden hemmungslos in virtuelle Welten entführen. Dabei scheint es nicht die geringste Schwierigkeit zu sein, sich vorher auf einen gemeinsamen Film oder wenigstens Stil zu einigen. Beide Eheleute lieben Action und Krimis oder prachtvolle Unterhaltung à la Matrix, Sleepy Hollow und Lord Of The Rings. Unübersehbar natürlich auch die Verehrung von fantasievollen Streifen wie Nightmare Before Christmas oder Star Wars. Die Wände sprechen Bände.

Tränenrührige Schnulzen haben in diesem Kino übrigens keine Chance, auch landen schauspielerische Leistungen abgeschlagen hinter „Unterhaltungswert“ und „Technik“ – eine klare, pragmatische Ansage, die den Freizeitwert des Kinosystems nur noch unterstreicht.

Dass sich der Autor über eine programmierbare Pronto-Fernbedienung mit neckischen Simpsons-Icons freut, dürfte aufmerksamen Lesern klar sein. Doch hier lässt sich’s wirklich gut aushalten, auch wenn man kein Homer-Fan ist oder mit Schwermetall eigentlich prinzipiell auf Kriegsfuß steht.

Denn das zum farbenfrohen, hellen Wohnzimmer stark kontrastierende Kino ist wunderbar detailreich veredelt und zieht in seiner Gesamtkomposition einfach jeden in seinen Bann. Selbst Steckdosen und Lichtschalter schimmern kupfern, und die von A bis Z selbst gebaute, bis auf den Fußboden heruntergezogene Leinwandkonstruktion ist ein dreidimensionales Schmuckstück, nicht nur durch den (zwangsläufigen) Abstand zur kaminbestückten Rückwand, sondern auch durch die Rahmen-auf-Rahmen-Konstruktion, optisch noch mit „schweren Nieten“ aufgepeppt.

Illuminiert die mehrzonige Lichtinstallation das Ambiente, rücken rundherum zahlreiche Figuren, etwa das Skelett Jack aus Nightmare Before Christmas, und glänzende Devotionalien in den Vordergrund. Die eingesetzten Leuchtmittel sind übrigens völlig unterschiedlicher Natur. Acht winzige, ins kupferne Holz eingelassene Lichtquadrate bestehen aus jeweils vier weißen LEDs und beleuchten dezent den Fußboden ringsherum. An der Decke funkelt dazu ein kleiner, zehnflammiger Sternenhimmel, acht starke Strahler sorgen bei Bedarf für punktgenaue Erhellung, während zwei weitere Strahler hinter dem Sofa die Rückwand effektvoll zur Geltung bringen.

Überhaupt die Wände: Während im Erdgeschoss weiße Wände, Glas und Stahl dominieren, sind die Wände des Kinos – wenn nicht mit Metallplatten beplankt – mit rotem Klinkerstein verkleidet. Doch auch in diesem Punkt unterliegt selbst das geübte Auge einer optischen Täuschung. Die vermeintlichen Außenklinker sind verblüffend echt wirkende, flexible Gummiplatten, die sich ganz hervorragend auch um Ecken biegen lassen. Und die Fugen bestehen aus dem Kleber, der einfach vor dem Aushärten glattgestrichen wird. Erneut lässt Hollywood augenzwinkernd grüßen. Mir gefallen übrigens auch die originellen Vorhänge vorm Fenster: Es handelt sich nämlich um aufgeschnittene Kartoffelsäcke, die der rustikalen Szenenerie einen zusätzlichen Kick verpassen.

Jetzt muss ich doch auch noch nach diesem hüfthohen, abgeschrägten Teil fragen, das eingangsseitig so einladend (und kabellos) eine gewisse Aufmerksamkeit auf sich zieht. Was ist das eigentlich genau und wie heißt es? Herr G. grinst und nennt das Ding schlicht „Das Ding“. Und es ist eine Art simplifizierter Kommandostand. Über das kleine Display, aus einer Spielekonsole verpflanzt, lässt sich der DVD-Player auch dann steuern, wenn die Leinwand und der Projektor nicht in Betrieb sind, zum Beispiel bei DVD-Audio-Scheiben, die ja kaum Bildinformationen bieten. Ansonsten dienen zwei blaue Lämpchen einer zusätzlichen Funktionskontrolle des Displays, und auf der Front des abgeschrägten Türmchens ist klar erkennbar die Futronix-Lichtsteuerung eingebaut. Alle Kabel verlaufen unter dem Estrich.

Etwas weniger spektakulär fällt die technische Ausstattung des Heimkinos aus. Der kompakte Projektor Plus Piano Avanti bekommt progressive Signale vom NAD-Player zugespielt, und ein ordentlicher AV-Receiver aus dem Hause Denon sorgt für anständigen Sound über sechs Hauptlautsprecher. Einzig der hinter dem Sofa angebrachte Rearcenter kommt von Canton, doch er harmoniert problemlos mit dem Teufel-Fünferpack, der ansonsten ringsum für den Klang zuständig ist.

Für den Extra-Kick aber sorgt das quasi zweistufige Bass-Setup. Es besteht einerseits aus dem bewährten großen Do-It-Yourself-Subwoofer, kann aber bei Bedarf von einer zuschaltbaren „Basspump“ ergänzt werden; sie schickt supertiefe Frequenzen unterhalb von 45 Hertz per mechanischer Ankoppelung direkt ins Sofagestell. Shake it, baby, shake it! Und mit dieser Basspump steigt die ohnehin effiziente und souveräne Performance – der „persönliche Technikberater“ Sven R. weiß offensichtlich, was er tut – endgültig ins dramatische Fach auf. Wer hätte gedacht, dass Heavy Metal derart gemütlich und dramatisch zugleich sein kann?
Nur Joschka scheint’s egal zu sein.

Cai Brockmann