Heimkinos

Reportage

Aufmacher

Privates Heimkino

Star Kult

von Stefan Schickedanz (video,3/16), Bilder: heimkinomarkt.de


In Eigeninitiative erschuf sich ein filmbegeistertes Paar aus Hessen sein perfektes Kellerkino. Der Clou sind nicht nur die namengebenden Red-Star-Kinoteppiche oder die echten Kinostühle, sondern die selbstgemachten, perforierten Kinokarten.

Der richtige Kino-Teppich – „Red Star – schwarz“ gab die Inspiration zum Namen des Kinos.

Der richtige Kino-Teppich – „Red Star – schwarz“ gab die Inspiration zum Namen des Kinos.

Wer HiFi auf die Spitze treibt, genießt das Ergebnis oft recht einsam. Mit Heimkino sieht es anders aus, diese Leidenschaft bezieht oft die ganze Familie mit ein – zumindest, wenn es ums Schauen von Filmen geht.

Bei diesem Heimkino von Michael und Katharina wirkte die Ehefrau des Kinofans sogar bei der Gestaltung mit. „Bitte erwähnen Sie, dass meine Frau sämtliche Vorhänge genäht hat“, hebt der Filmfreund aus Hessen im Gespräch über das Kleinod im Keller seines Eigenheims hervor.

Der Frequenzgang der Frontboxen Nubert nuLine 284 wird durch ATM-Module erweitert. Der Center ist ein nuLine 174. Stereo steht auch auf dem Programm.

Der Frequenzgang der Frontboxen Nubert nuLine 284 wird durch ATM-Module erweitert. Der Center ist ein nuLine 174. Stereo steht auch auf dem Programm.

Do it yourself
Das „Red-Star-Cinema“ von Michael und Katharina entstand vollständig in Eigenregie. Die Planung erledigte der als Hausmeister tätige Hausherr an seinem Computer. Bei der Umsetzung kam ihm seine Schreinerlehre gelegen, aber auch die „passenden Freunde“ aus dem Handwerker-Millieu.

„Die Vorhänge hat alle meine Frau genäht“, betont der Heimkino- Besitzer. Die Surround-Back-Boxen Nubert nuLine 24 erzeugen mit den seitlichen nuLine 14 ein diffuses Schallfeld.

„Die Vorhänge hat alle meine Frau genäht“, betont der Heimkino- Besitzer. Die Surround-Back-Boxen Nubert nuLine 24 erzeugen mit den seitlichen nuLine 14 ein diffuses Schallfeld.

Dank der guten Rahmenbedingungen musste das Paar trotz der sehr anspruchsvollen Ausführung mit reichlich Trockenbau-Wänden, abgetrenntem Vorführraum und Podest samt Treppe für die zweite Sitzreihe mit den echten Kinosesseln keinen Heimkino-Händler hinzuziehen. Vorne gibt es drei Plätze, damit in der Mitte ein perfekter Referenzpunkt geschaffen wurde. Hinten könnten vier Personen Platz nehmen.

Zwar hat das Paar keine Kinder, doch schauen häufig der Bruder mit seiner Freundin oder die Eltern vorbei. Wenn eine der Cousinen Geburtstag hat, gibt es als Geschenk gerne mal sieben Karten fürs Kellerkino. Dann können die Mädchen samt Freundinnen eine Privatvorstellung genießen. Die Kinokarten sind das Tüpfelchen auf dem „i“, ein weiterer Beitrag der Ehefrau, die Vorlagen aus dem Netz modifizierte, individualisierte und mit einer richtigen Perforation zum Abreißen versah.

Vor dem Umzug ins eigene Haus hatten Michael und Katharina ihr Kino im Wohnzimmer. Dort gab es Flatscreen und Roll-Leinwand.

Vor dem Umzug ins eigene Haus hatten Michael und Katharina ihr Kino im Wohnzimmer. Dort gab es Flatscreen und Roll-Leinwand.

Tieferlegung erwünscht
Der Traum vom richtigen Kino im Keller ging für das filmaffine Paar mit dem Umzug in ein eigenes Haus in Erfüllung. Ursprünglich wurde der 30 Quadratmeter große Raum als Kellerbar genutzt. Inzwischen dienen 24 Quadratmeter davon als Kinosaal und 6 Quadratmeter als Technik-Raum.

In der gemeinsamen Wohnung spielte Heimkino eine große Rolle, aber nicht die Hauptrolle. Die gute Stube blieb bei aller Technik noch sehr wohnlich.

In der gemeinsamen Wohnung spielte Heimkino eine große Rolle, aber nicht die Hauptrolle. Die gute Stube blieb bei aller Technik noch sehr wohnlich.

Bis auf den Projektor und die Boxen sieht man bei Michael und Katharina keine Komponenten. Somit bietet das mit einem Budget von rund 17.000 Euro umgesetzte Kino eine große Steigerung gegenüber dem früheren Heimkino, das ins Wohnzimmer des Paares integriert war.

Der 30 Quadratmeter große Raum war früher eine Kellerbar. Er wurde mit Trockenbaumaßnahmen in einen Kinosaal und einen Technikraum unterteilt.

Der 30 Quadratmeter große Raum war früher eine Kellerbar. Er wurde mit Trockenbaumaßnahmen in einen Kinosaal und einen Technikraum unterteilt.

Kaum noch ins Kino
Doch schon damals sah man die beiden so selten an der Kinokasse wie einen Elektroauto-Fahrer an der Tankstelle. „Nur beim Bau des Kinos sind wir mal ins Kino gegangen. Da kam der dritte Teil von „96 Stunden“ und auf den 42-Zoll-Fernseher im Wohnzimmer hatten wir keine Lust.“

Die Verkabelung wurde unsichtbar verlegt.

Die Verkabelung wurde unsichtbar verlegt.

Nach drei Monaten war der Umbau abgeschlossen – fürs Erste. „Fertig ist man ja nie“, meint der Erbauer vielsagend und verweist auf die nachträglich eingebauten Absorber. Demnächst möchte er noch Deckensegel für gleichmäßigere Schallverteilung anbringen.

Sieben Sitzplätze hat das Red-Star-Cinema mit echten Kinosesseln. Für die hintere Reihe wurde ein Podest gebaut.

Sieben Sitzplätze hat das Red-Star-Cinema mit echten Kinosesseln. Für die hintere Reihe wurde ein Podest gebaut.

Akustik spielt für ihn eine große Rolle. Schließlich gibt es in dem Raum nicht nur Filmfestspiele, sondern auch Stereo auf dem mittleren Sitz in der ersten Reihe – wie eingangs erwähnt, ist HiFi ein einsames Vergnügen. Dann darf es gerne mal Klassik sein. Ansonsten regiert im Keller die große Action auf der Rahmenleinwand mit ihren drei Metern Bilddiagonale.

Der FullHD-Beamer Mitsubishi HC 6000 hängt unter der Decke. Die Surround-Back-Boxen sind Di-Pole vom Typ Nubert nuLine 24.

Der FullHD-Beamer Mitsubishi HC 6000 hängt unter der Decke. Die Surround-Back-Boxen sind Di-Pole vom Typ Nubert nuLine 24.

Dann wird dem 7.2-Denon-Receiver und den nuLine-Lautsprechern von Nubert alles abverlangt, um Filmen akustisch Leben einzuhauchen. Bevorzugt laufen im Red-Star-Cinema Filme der Marvel-Reihe, allen voran „Iron Man“ oder die „Avengers“.

Auch Abenteuerfilme wie „Harry Potter“ kommen oft zur Aufführung. Nur aus Science-Fiction macht sich das kinobegeisterte Paar nicht viel. Damit der Betrieb reibungslos verläuft, beließen es die Erschaffer nicht bei oberflächlichen Maßnahmen wie dem originalen Kinoteppich „Red Star – schwarz“ (er lieferte auch die Inspiration für den Namen).

Der Subwoofer Nubert nuLine AW-1100 hat einen 31-cm-Tieftöner und eine integrierte 380-Watt-Endstufe.

Der Subwoofer Nubert nuLine AW-1100 hat einen 31-cm-Tieftöner und eine integrierte 380-Watt-Endstufe.

Bis die Sicherung flog
Die ganze Elektroinstallation wurde an die anspruchsvollen Anforderungen angepasst. Schließlich mussten sich die beiden Kinobesitzer in ihrem alten Wohnzimmer-Theater nicht nur mit einer vergleichsweise kleinen Rollleinwand abfinden, sondern auch damit, dass die Sicherung kapitulierte. Michael erinnert sich: „Wenn ich damals mit meiner schönen Fernbedienung alle Geräte auf einmal anschalten wollte, flog meist die Sicherung heraus.“

Die Elektronik wurde in einem 6-Quadratmeter großen Technikraum zusammengefasst.

Die Elektronik wurde in einem 6-Quadratmeter großen Technikraum zusammengefasst.

Deshalb gibt es jetzt eine vom Rest des Hauses getrennte Stromversorgung und auch die üblichen Verteilerdosen sind Geschichte. Im Technikraum des Red-Star-Cinemas gibt es 23 über die ganze Rückwand verteilte Steckdosen, um den ganzen Gerätepark samt seinem dicken Denon-Receiver vom Typ AVR-3313 standesgemäß zu versorgen. Doch der Denon delegiert die eigentliche Verstärkung an eine mächtige 7-Kanal-Endstufe Emotiva LPA 1. Für die Dachterrasse gibt es sogar noch einen PMA-500 AE, den bewährten Stereo-Verstärker von Denon.

Die unendliche Geschichte
Was 2008 mit dem Umzug in eine neue Wohnung im Wohnzimmer mit einem 5.1-JBL-System und Sanyo-PLVZ1-Projektor begann, findet im Souterrain seinen vorläufigen Höhepunkt mit Top-Klang und FullHD-Bild von einem Mitsubishi HC 6000. Und alles selbstgemacht.