Heimkinos

Reportage

Aufmacher

Privates Heimkino

High-Life im Hinterhof

von Stefan Schickedanz (video,7/16), Bilder: heimkinomarkt.de


Es gibt Heimkinos, die verstecken sich hinter doppelten Wänden. In diesem Fall tarnt sich das Einfamilienhaus, welches das Kino beherbergt, hinter einer Reihe trister Wohnblocks. Nicht zu verstecken braucht sich allerdings der Genuss.

Was, da soll ein Haus stehen? Wer die Familie, der dieses Heimkino gehört, unter der angegebenen Adresse besuchen möchte, fragt sich erstmal, ob sein Navigationssystem kaputt ist. In der Beschreibung des von HiFi Forum Baiersdorf für eine Familie umgesetzten Wohnzimmer-Kinos war ganz eindeutig von einem Einfamilienhaus die Rede. Und jetzt das: Wir stehen vor einer ganzen Reihe von Wohnblocks und wundern uns, wo wir wohl da gelandet sind. Doch es ist kein Irrtum, man muss nur genau hinschauen.

Das Einfamilienhaus im Hinterhof einer nordbayerischen Stadt ist ein Kleinod für Lifestyle und Kinofreuden.

Das Einfamilienhaus im Hinterhof einer nordbayerischen Stadt ist ein Kleinod für Lifestyle und Kinofreuden.

Blick hinter die Kulissen
Hinter den Kulissen der wenig einladenden Mehrfamilienhäuser findet sich nach kurzer Suche tatsächlich ein idyllisches Häuschen im Hinterhof.

Der Weg nach Nordbayern hat sich gelohnt, denn innen geht es so stylisch zu, dass sich der AV-Kabel-Hersteller Avinity aus Monheim dort einige Werbefotos für seine Produkte schießen ließ. Ganz besonders überzeugte uns die äußerst gelungene Verquickung von Qualitätsanspruch in Sachen Heimkino mit einem hohen Wohnwert.

So gilt es, in keinem Punkt Abstriche zu machen. Zwar kommen in dem 5.0-System ganz stattliche Lautsprecher aus dem Hause Revox zur Anwendung. Doch korrespondieren deren weiße Gehäuse mit aufgesetzter Glasfront bestens mit der vom Einrichtungsspezialisten Brett maßgefertigten Medienschrankwand. Von dem nordbayerischen Unternehmen aus Lauf-Wetzendorf stammt auch der passende Raumteiler im Rücken der Zuschauer.

Maßge­schneiderte Möbel vom Einrich­tungsspezialisten Brett aus Lauf-Wetzendorf ergänzen sich perfekt mit den Funktionen und dem Aussehen des AV-Systems. Das HiFi Forum konzipierte für den Auftraggeber eine 15.000-Euro Lösung (ohne Möbel), die sämtliche Zielkonflikte eines Wohnzimmer-Kinos überzeugend auflöst.

Maßge­schneiderte Möbel vom Einrich­tungsspezialisten Brett aus Lauf-Wetzendorf ergänzen sich perfekt mit den Funktionen und dem Aussehen des AV-Systems. Das HiFi Forum konzipierte für den Auftraggeber eine 15.000-Euro Lösung (ohne Möbel), die sämtliche Zielkonflikte eines Wohnzimmer-Kinos überzeugend auflöst.

Und wie im James-Bond-Film beherrschen die Spezialanfertigungen auch einige Tricks. Der 55-Zoll-Flatscreen von Loewe thront auf einer vorgesetzten Holzpaneele, die ihn optimal in Szene setzt. Nach der Vorstellung verdecken zwei große Milchglasscheiben nicht nur ihn, sondern auch den Center, der wie seine Mitstreiter aus der Re:sound-G-Serie stammt.

Verdeckte Vermittler
Nicht ganz so schick, aber nicht minder leistungsfähig präsentiert sich die zugehörige Elektronik. Dass der 9.2-Kanal-Receiver Marantz SR 7009 und der zugehörige Blu-ray-Player Marantz UD 7007 da optisch nicht mithalten können, stört keineswegs.

Die Re:sound Column aus der G-Serie von Revox für die Surround-Kanäle genügt auch optischen Belangen.

Die Re:sound Column aus der G-Serie von Revox für die Surround-Kanäle genügt auch optischen Belangen.

Die 9 x 200 Watt starke AV-Zentrale und der 3D-taugliche Zuspieler wurden verdeckt eingebaut. Die beiden finden sich in Gesellschaft eines samt Netzwerkverbindung vom IT-Experten des HiFi Forums installierten Streaming-Players aus dem Sonos-Programm im Unterbau des Fernsehers hinter verschlossenen Türen.

Die Verkabelung stammt von Avinity, die in dem Wohnzimmer sogar Produktfotos schießen ließen.

Die Verkabelung stammt von Avinity, die in dem Wohnzimmer sogar Produktfotos schießen ließen.

Die Unsichtbaren
Die Planer der schicken Medienwand berücksichtigten durch ihre lange Erfahrung selbst kleinste Details, die im Alltag aber entscheidenden Einfluss haben. Selbst die Belüftung der AV-Komponenten wurde durch eine Art Kamin in der doppelten Rückwand überzeugend gelöst.

Viel sieht man im Normalfall allerdings nicht von den Kabeln, selbst die Lautsprecher-Verbindungen liegen nur auf den letzten Zentimetern offen.

Viel sieht man im Normalfall allerdings nicht von den Kabeln, selbst die Lautsprecher-Verbindungen liegen nur auf den letzten Zentimetern offen.

Durch die verdeckte Installation kommt der Mediensteuerung von RTI eine tragende Rolle zu. Die Handfernbedienung RTI T 1B verfügt über zwei Sendekanäle mit 433 MHz und 2,4 GHz. Sie kann Befehle zudem gleichzeitig über Funk und über Infrarot ausstrahlen. Das Herz des aufwendig gelösten Steuer-Systems ist ein RTI XP-6. Der Zwei-Wege-Controller verfügt über einen mit 533 MHz getakteten 32-Bit-Prozessor und hält über seine 12-V-Trigger-Ports und RS-232-Interfaces Kontakt zu den Systemkomponenten.

Der Re:sound G Center thront auf einer eigenen Plattform unter dem TV. Seine Glasfront spiegelt den Stil der maßgefertigten Medienwand von Einrichtung Brett wieder.

Der Re:sound G Center thront auf einer eigenen Plattform unter dem TV. Seine Glasfront spiegelt den Stil der maßgefertigten Medienwand von Einrichtung Brett wieder.

Das eingebundene Multiroom-System wird über die eigene Sonos App betrieben und verteilt den Filmton bei Bedarf synchron auch an andere Räume. Wenn im Heimkino Streaming angesagt ist, schaltet die RTI-Steuerung den Receiver automatisch auf Sonos und übergibt an deren App.

Die Konstrukteure der Medienwand teilten die Komponenten auf zwei Ebenen auf, um Belüftung und Zugänglichkeit zu gewährleisten.

Die Konstrukteure der Medienwand teilten die Komponenten auf zwei Ebenen auf, um Belüftung und Zugänglichkeit zu gewährleisten.

Darüber hinaus findet sich in diesem nordbayerischen Wohnzimmer-Kino ein Apple TV mit dem sich auch Bilder vom Rechner auf den Flatscreen im Wohnzimmer übertragen lassen. An Programmen herrscht also große Vielfalt. Vergeblich sucht man in dieser mit viel Fingerspitzengefühl umgesetzten Designer-Lösung nur die übliche Staffage, mit denen ausgesprochene Filmfreaks ihr Heiligtum gewöhnlich verzieren.

Der 55-Zöller von Loewe verschwindet nach der Vorstellung hinter zwei verschiebbaren Glaspaneelen.

Der 55-Zöller von Loewe verschwindet nach der Vorstellung hinter zwei verschiebbaren Glaspaneelen.

Das heißt: keine Poster von Arnie oder den Avengers, keine Terminator-Hände und keine Säbel oder Laserschwerter. Nicht mal die teuren Kabel von Avinity bekommt man zu Gesicht. In diesen eigenen vier Wänden steht ganz das eigentliche Kinoerlebnis im Mittelpunkt. Und nicht zu vergessen der Wohnkomfort. Was den Schlafkomfort betrifft, leistet ein Over-Ear-Kopf­hörer von Avinity große Dienste. Des Nächtens lässt sich mit dem AHP-967 der Ton ganz privat genießen.

Ein Netzwerk-Spieler von Sonos streamt Musik ins Wohnzimmer. Über ihn kann man aber auch den Filmton im Netzwerk verteilen.

Ein Netzwerk-Spieler von Sonos streamt Musik ins Wohnzimmer. Über ihn kann man aber auch den Filmton im Netzwerk verteilen.

Da Avinity eigentlich wie bereits erwähnt Spezialist auf dem Gebiet der Kabel ist, tat sich das Unternehmen mit dem ausgewiesenen Kopfhörer-Spezialisten Beyerdynamic aus Heilbronn zusammen und schuf eine in Deutschland handgefertigte Preziose.

Mit dem Kopfhörer Avinity AHP-967 endet der Kinospaß auch nicht zu nachtschlafender Zeit.

Mit dem Kopfhörer Avinity AHP-967 endet der Kinospaß auch nicht zu nachtschlafender Zeit.

Privat-Konzert
Wenn sich einer im Wohnzimmer mit dem halboffenen Kopfhörer dem Sound hingibt, kann sich der Rest der Familie auch in der Küche vergnügen – und zwar nicht nur kulinarisch. Dank des Sonos-Multiroom-Systems gibt es dort Musik und Nachrichten in sehr ordentlicher Qualität zu hören.

Somit bringt dieses unter dem Motto „Multimedia meets Family“ gestaltete Wohnzimmer-Heimkino alle Aspekte überzeugend unter einen Hut. Diese Tugenden sollten den Verzicht auf den obligatorischen Subwoofer locker ausgleichen. Schließlich hört das Auge mit.