Heimkinos

Reportage

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Privates Heimkino

NeidClub

von Stefan Schickedanz (video,6/17), Bilder: heimkinomarkt.de


Während andere schon froh sind, im Keller einen Vorführraum auszubauen, schufen die Erbauer von "Chris´ Cinema Cellar" einen unterirdischen Kinopalast mit überirdischer Ausstrahlung und passender Bar. Unser Neid ist ihm sicher.

Als abgeklärter Autor bekommt man äußerst selten seinen Frust, wenn man etwas Tolles sieht, zu dem es zu Hause nichts Vergleichbares gibt – gerade wenn einem ohnehin Neidgefühle gewöhnlich fremd sind. Gewöhnlich. Doch Chris’ Cinema Cellar ist so außergewöhnlich und dazu todschick gestaltet, dass einem beim Betrachten unweigerlich die Kinnlade herunterfällt. Keine Frage, da hat sich jemand, der mit Geschmack wie mit dem nötigen Kleingeld gesegnet ist, seinen ewigen Traum erfüllt.

In einem so liebevoll inszenierten Kino-Palast unter der Erde darf auch die Bar mit einer zünftigen Popcornmaschine nicht fehlen. Hier kann man vorglühen oder ein standesgemäßes "Apres-Cinema-Programm" absolvieren. Auf dem Monitor läuft dann gewöhnlich das digitale Gästebuch mit Selfies.

In einem so liebevoll inszenierten Kino-Palast unter der Erde darf auch die Bar mit einer zünftigen Popcornmaschine nicht fehlen. Hier kann man vorglühen oder ein standesgemäßes "Apres-Cinema-Programm" absolvieren. Auf dem Monitor läuft dann gewöhnlich das digitale Gästebuch mit Selfies.

Schließlich ging es bei Chris schon mit 13 Jahren los. Der Junge aus Hessen hatte im Fernsehen die Live-Übertragung des Pink-Floyd-Konzerts aus Venedig gesehen. Er erinnert sich: „Obwohl damals nur 4:3 Röhren-TV-Geräte existierten, die Erfindung von Videorekordern noch nicht lang zurücklag und der Sound lediglich in Stereo erklang, war ich zutiefst beeindruckt.

Somit galt dieses Live-Erlebnis im heimischen Wohnzimmer als Geburt meines wachsenden Interesses, den Genuss für Augen und Ohren in die eigenen vier Wände zu holen.“ Da er selbst bis zum Jahr 2003 aktiv in Bands spielte, freute er sich über jedes weitere Live-Konzert im Fernsehen. Der Musik-Fan nutzte alle Möglichkeiten, solche Übertragungen auf seinem VHS-Rekorder aufzuzeichnen.

Das reichte allerdings nicht aus, um den Hunger nach Konzert-Videos zu stillen. Er versorgte sich aus Videotheken mit Material in wenig begeisternder Qualität. Unumwunden gibt er zu: „Der Begriff Heimkino war in jener prädigitalen Zeit noch kein Thema.“

Aus einem ehemaligen Probenkeller im Haus seiner Eltern baute ein Musiker mit seinem Vater den "Chris´ Cinema Cellar".

Aus einem ehemaligen Probenkeller im Haus seiner Eltern baute ein Musiker mit seinem Vater den "Chris´ Cinema Cellar".

Doch zehn Jahre später passierte das Unvermeidliche: „Im Jahre 1999, wurde ich dann über einen Viren-Thriller mit Dolby Surround 5.1 infiziert. „Outbreak – Lautlose Killer“ ein Film von Wolfgang Petersen sollte mein Leben schlagartig verändern. Mit welcher Dynamik der Abwurf der Aerosolbombe in Szene gesetzt wurde, war mit ausschlaggebend für den Einstieg in die Welt des Heimkinos.

Film ab!

Film ab!

Die Filmszene ist uns im Showroom eines HiFi-Geschäftes präsentiert worden – und hat mich buchstäblich umgehauen.“ Anschließend kaufte Chris sich genau dieses Set. Seine erste 5.1-Surround-Anlage bestand aus dem AV-Receiver Denon AVR-1800, dem Denon DVD-Player DVD-1000 und den Lautsprechern Acoustic Energy Aegis 3. Eine gute Wahl. Die meisten System-Bestandteile verrichten noch heute ihren Dienst im überirdisch begehrenswerten Kellerkino.

Im Elektronik-Rack treffen sich der aktuelle Denon AVR-X5200W und sein Urahne AVR-1800, der inzwischen nur noch als Endstufe für die Auro-Kanäle fungiert.

Im Elektronik-Rack treffen sich der aktuelle Denon AVR-X5200W und sein Urahne AVR-1800, der inzwischen nur noch als Endstufe für die Auro-Kanäle fungiert.

Bis zur Tieferlegung war es ein weiter Weg. Zunächst einmal wurde die Heimkino-Anlage im Wohnzimmer beziehungsweise in einem separaten Fernsehzimmer installiert. Das heutige Heimkino diente bis 2003 als Probenraum.

Die Pure Acoustics BP 33 dient als Lautsprecher für Surround- und Surround-Back. Im Frontbereich kommen JBL-Boxen zum Einsatz, die Unterstützung durch ein Double-Bass-Array mit vier Bassreflex-Subwoofern vom Typ SVS PB 12 NSD erhalten.

Die Pure Acoustics BP 33 dient als Lautsprecher für Surround- und Surround-Back. Im Frontbereich kommen JBL-Boxen zum Einsatz, die Unterstützung durch ein Double-Bass-Array mit vier Bassreflex-Subwoofern vom Typ SVS PB 12 NSD erhalten.

Der Musiker erinnert sich: „Nach Beendigung meiner aktiven Band-Laufbahn ging es mit meinem neuen großen Hobby los: Der zirka 3,9 x 7 Meter große Raum mit einer Deckenhöhe von 2,53 m war dazu perfekt geeignet.“

Der Musiker erinnert sich: „Nach Beendigung meiner aktiven Band-Laufbahn ging es mit meinem neuen großen Hobby los: Der zirka 3,9 x 7 Meter große Raum mit einer Deckenhöhe von 2,53 m war dazu perfekt geeignet.“

Händlers bester Freund
Nach der Fertigstellung im Jahr 2004 freute sich nicht nur die Familie, sondern auch der Fachhandel. Projektoren und AVR-Receiver wechselten schneller als die Groupies in der Musikszene. Während mit Ausnahme von Onkyo bei den immer leistungsfähigeren Receivern Denon den Ton angab, gaben sich bei den Beamern BenQ, Sanyo, Sony und immer wieder Sony die Klinke in die Hand.

Selbst für die Sitze gab es ein Upgrade. Von den 2010 angeschafften Euroseat EZY-8001A wechselte Chris fünf Jahre später auf Pro-Com-Kinosessel aus schwarzem Leder. Auch der ganze Raum unterlag dem stetigen Wandel. „Für die DTS Neo:X-Wiedergabe des „Onkyo TX-NR 1009“ montierten wir Front-Wide-Lautsprecher, hängten die Decken ab und installierten im vorderen Bereich einen Sternenhimmel mit 250 Lichtfasern.“

Im Zuge der stetigen Weiterentwicklung wanderten die lederbezogenen Kinosessel auf ein Podest.

Im Zuge der stetigen Weiterentwicklung wanderten die lederbezogenen Kinosessel auf ein Podest.

Podest-Bewegung
Die Sitze wanderten auf ein Podest, die Front-Lautsprecher hinter einen Sichtschutz. Beim Ausbau achtete der Kino-Enthusiast sogar auf kleine Details, gerade im Bereich der indirekten Beleuchtung und der Lichtsteuerung. Für den Besitzer ein Meilenstein: „Spätestens jetzt kam erstmals Kinofeeling auf!“ Er schwärmt weiter: „Mit der Entwicklung und Einführung des 3D-Sounds erfuhr unser Heimkino dann eine echte Revolution in Sachen Ton.

Selbst für Splatter-Humor ist im Keller des Zweifamilienhauses genug Platz vorhanden.

Selbst für Splatter-Humor ist im Keller des Zweifamilienhauses genug Platz vorhanden.

Pünktlich zum Start von Auro 3D im Dezember 2014 für den Privatbereich durfte von nun an der „Denon AVRX5200W“ seinen Dienst verrichten. Was zur Folge hatte, dass weitere Umbaumaßnahmen anstanden.

Beamer kommen und gehen im gleichen Takt wie sich die Projektionstechnik weiterentwickelt. AKtuell ist es ein perfekt eingemessener Sony VPL HW55ES.

Beamer kommen und gehen im gleichen Takt wie sich die Projektionstechnik weiterentwickelt. AKtuell ist es ein perfekt eingemessener Sony VPL HW55ES.

Darüber hinaus stellten wir uns die Frage, welches Tonformat sich für unseren Geschmack wohl durchsetzen würde: Dolby Atmos oder Auro 3D? Heute, gut zweieinhalb Jahre später, wissen wir, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben: AURO 3D!“

Vorfreude ist die reinste Freude: Durch den Kino-Eingang gelangt man erst einmal in die stilvolle Bar, in der auch die Standboxen vom früheren Acoustic-Energy-Ensemble noch als Hintergrundbeschallung ihr Gnadenbrot verdienen. In diesem unterirdischen Kino-Palast kann man überirdisch abfeiern.

Vorfreude ist die reinste Freude: Durch den Kino-Eingang gelangt man erst einmal in die stilvolle Bar, in der auch die Standboxen vom früheren Acoustic-Energy-Ensemble noch als Hintergrundbeschallung ihr Gnadenbrot verdienen. In diesem unterirdischen Kino-Palast kann man überirdisch abfeiern.

Weil es aber deutlich mehr Dolby Atmos Content als Auro 3D Material auf dem Markt gibt, werden ausnahmslos alle Silberscheiben in Chris’ Cinema Cellar mit Auromatic-Upsampling wiedergegeben. Für Chris und seine vielen Gäste, die er mit Fotos an der Bar in Präsentationen auf dem Flatscreen („mein digitales Gästebuch“) festhält, macht 3D-Surround-Sound gepaart mit einem gut dosierten Quentchen „buttkick“ den Klangkokon perfekt. Das Kino ist schon ein Hammer, aber diese Bar, da kann man glatt neidisch werden.