IMAGE HE - High End mit Bild

IMAGE HE - High End mit Bild

von Detlef

Budget: Extravagant

Heimkino weiterempfehlen

Ausstattung

Produktgruppe
Marke / Modell
Röhrenprojektoren BARCO Cine9 (Röhre, bis 2.500 x 2.000 Pixel)
Videoscaler BARCO LiMO-PRO (interner Linequadrupler)
Rahmenleinwände (16:9) Stewart Rahmenleinwand 244 x 137cm (16:9), Studiotech Delux (Gain: 1,3)
DVD-Player PHILIPS DVD 1010
Digital-TV-Receiver JVC d-box HR-S7500
AV- Vorverstärker /-Decoder Lexicon DC-2
Mono-Endstufen KRELL 650M, 5x
Netzfilter Accuphase PS-500
Videorecorder JVC D-VHS (D-VHS-Recorder), 2x
Front-/Standlautsprecher Bowers & Wilkins Nautilus 801, 2x
Center-Lautsprecher Bowers & Wilkins Nautilus HTM7
Surroundlautsprecher DYNAUDIO Evidence Temptation, 2x
Netzkabel PHONOSOPHIE
HF-Kabel Wireworld Silver Starlight
HF-Kabel Furukawa Grazioso
Chinchkabel Furukawa Ultima Reference Ltd. Edition
Lautsprecherkabel Sound Therapeutics (dreifach parallel)
AV-Möbel Hülsta Möbelsystem: Topside
Filmmaterial Vorspann, Copyright by Warner Bros
© Alle gezeigten/abgebildeten Produkte, Marken, Logos und Bezeichnungen sind Eigentum der jeweiligen Rechteinhaber.
Wald vor Bäumen - Das Heimkino des Herrn A.
(© by Cai Brockmann (Text) und Rolf Winter (Fotos) – IMAGE Home Entertainment)

Unterwegs im südwestdeutschen Raum. Quer durch Baden-Württemberg ohne Navigationssystem und ohne Straßenatlas. Trotzdem erreichen wir – Fotograf Rolf Winter und ich – unser anvisiertes Ziel auf Anhieb. Denn die zugefaxte Wegbeschreibung ist perfekt.
Wir landen in einem etwas gehobeneren Wohnviertel, das seine wahren Qualitäten erst offenbart, wenn man das Auto verlässt. Sehr ruhig ist es hier, schon fast auffällig unauffällig. Die Gegend wirkt so aufgeräumt unspektakulär, dass man sich problemlos einen Stefan Derrick bei der Ermittlungsarbeit vorstellen kann. Einen Horst Schimanski eher nicht. Gepflegte, nicht zu große Gärten, helle, saubere Ein- und Mehrfamilienhäuser ohne Pomp und Plüsch. In den Parkbuchten der sich schlängelnden Straße parken ein Mercedes-T-Modell, zwei VW Golf und ein schwarzer, blitzblanker Maserati Biturbo, ein Sportwagen aus den Achtzigern, den nur Kenner als solchen identifizieren.
Derlei Dezenz soll uns an diesem Tag noch häufiger begegnen: Schon begrüßt uns der Wegbeschreiber mit einem freundlichen Händedruck. Auch Herr A., wie wir ihn der Einfachheit halber fortan nennen wollen, passt in die Gegend. Der selbstständige Diplom-Kaufmann – zurückhaltende Kleiderwahl, seriöser Gestus, zielstrebiger Auftritt – verdient seine Brötchen mit Anlageberatung und Vermögensverwaltung.
Der Maserati, wie sich alsbald herausstellt, gehört ihm nicht. Er bevorzugt ein deutsches Fabrikat mit Automatik und überhaupt einen Garagenstellplatz. Apropos Garage – schon sind wir mitten drin im Thema Heimkino. Vor ein paar Tagen nämlich, so Herr A., habe er seine Garage räumen müssen. Merkwürdig. Beim Vorabgespräch war doch vom ersten Stock die Rede, von Treppen und sogar einer Mietwohnung ... Aber ja doch, sicher, so ist es ja auch. Doch die Spedition lieferte kürzlich den neuen Röhrenprojektor an. Und einen Barco Cine 9, selbst wenn er gut verpackt und auf einer Holzpalette festgeschnallt ist, lässt man nicht einfach so vor der Haustür stehen. Und im Hausflur abgestellt würde er schlichtweg alles versperren. Einen Barco Cine 9 parkt man daher respektvoll in seiner Garage, bis die Helfer zum Hinaufschleppen und Montieren eingetroffen sind. Seine Gäste lässt man schließlich auch nicht auf der Straße warten, so Herr A., und bittet uns nach oben.
Ganz normaler Hauseingang, schlichter, sauberer Treppenaufgang, unauffällig-massive Wohnungstür. Aber im großen, hellen Wohnzimmer keine Spur vom Hobby Nummer eins, vom Heimkino. Stattdessen zahllose Devotionalien, Videos und Bücher von Hobby Nummer zwei, der Eisenbahn – dem Herr A. mit Hobby Nummer drei, häufigen Studienreisen, bevorzugt frönt.
Und wo steckt das Heimkino-System? Ist die umfangreiche Installation denn so gut getarnt? Ein neugieriger Blick hinter großblättrige Grünpflanzen scheint von Erfolg gekrönt: Dort steht nämlich ein Pärchen der imposanten Nautilus 801 von B&W. Auch entdecken wir einen Digital-VHS-Recorder von JVC und eine d-box. Aber zu einem Heimkino will das alles noch nicht so recht passen. Und die vier exklusiven Röhrenverstärker der Nobelmanufaktur Nagra aus der Schweiz schon gleich zweimal nicht. Des Rätsels Lösung: Hobby Nummer einspunktfünf, High-End-Audio par excellence.
Herr A. klärt uns auf. Gelegentlich zeichne er hier von der d-box Premiere-Filme per D-VHS auf und kontrolliere das Gesendete per Computerbildschirm, quasi nebenbei. Im Normalfall aber höre er hier klassische Musik in allerfeinster Qualität. Denn die bespielten Digital-VHS-Bänder würden selbstredend dort wiedergegeben,, wo das Heimkino stehe. Und da gehe es jetzt hin, man möge ihm bitte folgen.
Einmal um die Ecke durch den Flur, dann ins designierte Lichtspieltheater abbiegen – mir fällt vor lauter unauffälliger Folgsamkeit gar nicht auf, dass der Raum keine Tür (mehr) besitzt. Aber die feinst bestückte, eindrucksvolle AV-Komponenten-Skyline, die uns da entgegenblinkt, eingerahmt von einem weiteren Pärchen B&W Nautilus 801 und getoppt von einer großen Leinwand, die entgeht mir nicht. Auch die schwarzen Möbelregale voller DVDs und Videos sind markant; schon direkt am Eingang sind wir an einem übermannshohen Regal vorbeigeschlüpft. Herr A. grinst ein ganz kleines bisschen und deutet dann dezent auf eben dieses Regal.
Nicht zu fassen: Da stehen zwei Dynaudio Evidence Temptation für die beiden Rückkanäle! In voller Größe, in Hochglanz-Schwarz. Und ich habe tatsächlich den Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen. Habe aus dem Augenwinkel einen Fastzwometerlautsprecher als DVD- Regal missinterpretiert ... Ich nehme mir vor, fortan wieder mehr auf gewisse “Details“ zu achten.
Zunächst aber der Gesamteindruck des Zimmers: in puncto Grundriss – rechteckig, circa 20 Quadratmeter – und Farbwahl – weiße Wände, blaumelierter Teppich, dunkelblaues Sofa – eigentlich eine unauffällige Angelegenheit. Doch die zufälligerweise hier untergebrachten technischen Gerätschaften heischen bei Tageslicht um einige Aufmerksamkeit; abgesehen von den winzigen, praktisch unsichtbaren Dynaudios natürlich.
Und da oben an der Decke, zwischen den beiden wahrscheinlich exklusivsten Rearspeakern, die je ein B&W-Dreiergestirn an der Front begleitet haben, da schwebt er, der Barco Cine 9. Der belgische Garagenblockierer und Freundschaftsdienstforderer. Verankert in einer Halterung, die in dieser Form wohl sicher nicht in der Barco-Preisliste zu finden ist, oder? Stimmt, die Halterung ist eine Eigenkonstruktion des erfahrenen Händlers und erlaubt einen kleinen Ausblick in die mögliche Zukunft. Die Halterung ermöglicht es nämlich, den Beamerboliden unkompliziert um etliche Zentimeter seitlich zu verschieben – dem Maß entsprechend, um das auch die Leinwand versetzt werden könnte. Warum? Nun, wer wisse denn schon genau, ob nicht irgend- wann ein anderes, möglicherweise erheblich größeres Pärchen Lautsprecher den Fronteinsatz übernehme? Herr A., der sich selbst gern als „leicht skurril und perfektionistisch“ tituliert, möchte sich da jedenfalls nicht zu sehr festlegen – er habe da schon ein paar spezielle Ideen in petto...
Die Leinwand im Format 16:9 stammt vom renomierten US-Spezialisten Stewart und ist nicht perforiert, denn der große B&W-Centerspeaker findet locker darunter Platz: Die Größe der Leinwand ist dem menschlichen Blickwinkel in Relation zum Sehabstand angepasst, fordert aber auch einen extrem leistungsstarken Projektor. Nur der Cine 9, so Herr A., sein in der Lage, auf diese Entfernung ein derart imposantes Bild zu projizieren. Das 244 x 137 Zentimenter große Stewart-Tuch erlaube jedenfalls stundenlanges Schauen ohne Ermüdung. Ein zweites Pärchen der schlanken Dynaudio-Supermodels fände übrigens bequem neben der Leinwand Platz. Ohne Umhängen derselben. Doch bevor in weiteres Soundequipment investiert wird – auch in diesem Punkt schweben Herm A. ziemlich exklusive Speziallösungen vor –, steht beispielsweise ein intensiver Test einschlägiger Bildverbesserer an, etwa vom Vigatec Dune.
Warum das Bild aber auch schon jetzt so beeindruckend ist, hat drei Gründe. Erstens: der Projektor selbst – mit Line-Quadrupler LiMoPro bestückt – mitsamt seiner Quellen – DVD-Player mit DNM – und der feinen Kabelage. Zweitens: der sündhaft teure Netzsynthesizer PS-500 von Accuphase, der für die empfindsamen Quell- und Steuerkomponenten absolut sauberen, störungsfreien Strom generiert. Drittens: die Verkleidung der Frontwand mit dunklem Teppichboden; zusätzlich zur schwarzen Maskierung der Leinwand erhöht das – in diesem Fall dunkelblaue – Material an der Stimwand den Kontrasteindruck des Bildes im Zuschauerraum. Ganz nebenbei erfüllt die Auslegeware auch einen akustischen Zweck. Sie dämpft rückwärtige Schallreflexionen im Mittel- und Hochtonbereich und sorgt so für einen höheren Direktschallanteil der drei Frontlautsprecher, der Sound wirkt etwas trockener.
Gegen zu viel Bassdruck jedoch, gegen dröhnende, unkontrollierte Bässe wäre selbst der zotteligste Flokati machtlos. Und Herr A. befand bis vor kurzem, er habe einfach zuviel Bass im Heimkino. Auch ohne Subwoofer. Kein Wunder, 38-Zentimeter-Tieftontreiber sind schließlich Gardemaß, und die B&Ws sind mit tief abgestimmten Profi-Versionen gesegnet. Die ecknahe Aufstellung, das überschaubare Zimmervolumen und nicht zuletzt die extrem potenten Endverstärker taten ein Übriges, um den Raum akustisch mühelos zu überlasten. Keine einfache Aufgabe also, die Vorlieben des Heimkino-Programmchefs aufeinander abzustimmen: Dessen DVD-Lieblingssparten “Spaß und Action“ treffen mit entsprechendem Kawumm auf ein höchst audiophil geprägtes Klangideal aus dem Wohnzimmer. Für spürbare Besserung sorgten zwei Maßnahmen, die vielleicht überraschend simpel erscheinen mögen, aber durchaus wirkungsvoll sind: Zum einen werden die Bassreflexöffnungen der Lautsprecher gezielt bedämpft, was die unteren Lagen deutlich absenkt. Zum anderen wurde, wie schon angedeutet, die Tür zum angrenzenden Flur komplett entfernt. Das dadurch angekoppelte Luftvolumen dient dem akustischen Ausgleich; der immer noch stramme Bass erhält ganz einfach mehr Entfaltungsspielraum. Doch nicht nur das. Ganz nebenbei, so Herr A., erlaube die fehlende Tür auch eine bessere Kontrolle der nicht unerheblichen Abwärme, die hauptsächlich vom Projektor und den fünf massiven Endstufen produziert wird.
In der Tat: Im noblen Hülsta-Topside-Möbelsystem, das farblich bestens mit den Nautilus 801 harmoniert und obendrauf den per Spikes entkoppelten Centerspeaker trägt, werkeln nicht nur DVD- Player und D-VHS-Recorder, versprühen nicht nur Accuphase und Lexicon DC-2 High-Tech-Noblesse. Nein, hier im Erdgeschoss wohnen auch die ganz starken Jungs: eine stolze Fünferkette der ebenso muskulösen wie heißblütigen großen Mono-Boliden von Krell. Fünf edle, teure, feine High-End-Verstärker, die dank ihrer Class-A-Schaltung ausgezeichnet klingen und mächtig die Luft zirkulieren lassen. Schon im Standby-Betrieb ziehen die US-amerikanischen Endsfufen etwa 40, im Einsatz permanent 300 Watt aus dem Netz. Jede einzelne.
Da fällt das Extra-Kilowatt, das vor allem der große Barco konsumiert und zum großen Teil per Lüfter wieder in den Raum bläst, schon gar nicht mehr groß ins Gewicht. Die Heizungskosten im Winter tendieren dank der Krells ohnehin gegen Null. In der kalten Jahreszeit wirke natürlich auch der Kamineffekt besser, sagt Herr A.: Ein geöffnetes Fenster im angrenzenden Bad sorgt für Zirkulation. Im Sommer hingegen löse er mögliche Akzeptanzprobleme mit kühlen Getränken. Und den Barco erwartet ohnehin Finetuning: Ein Spezialgehäuse werde alsbald Lüfterrauschen und Abwärme filtern. Noch etwas ganz anderes ist very special, gleichwohl preisgünstig und praxiserprobt: der “Türschweller“ im Heimkino-Eingang. Dort, wo gar keine Tür mehr ist. Die Trittleiste ist nämlich nichts anderes als ein Schutz des empfindlichen Lautsprecherkabels. Denn das persönliche Lieblingskabel unseres Lesers – die Eigenkreation eines pfiffigen Fachhändlers heißt “Sound Therapeutics“ – verlangt nach Aufmerksamkeit. Die Leiter des flachen, viersträngigen und beileibe nicht billigen Kabels bestehen aus einer Silber/Gold-Legierung und müssen sorgfältig vor mechanischer Belastung geschützt werden. Außerdem schwört Herr A. auf eine dreifache Parallelverlegung zu jedem Lautsprecher, auch für die acht Meter zu den Rearspeakern.
Nun schützt der eingepasste Holzleistenschweller die wertvolle Dreifach-Edelstrippe, die zur unsichtbaren Dynaudio führt, vor unachtsamer Trampelei. Bei Bedarf lässt sich das komplette Leisten/Kabel-Konstrukt ja jederzeit ruckzuck hochklappen. Übrigens: Herr A. möchte Heimkino-Interessierte ausdrücklich zur Kontaktaufnahme per eMail ermuntern (detlefang@t-online.de) und stellt darüber hinaus sogar Begutachtungstermine in Aussicht. Wie praktisch, dass der überzeugte Single das Haus mit verständnisvollen Nachbarn teilt ...

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