Studio 29

Studio 29

von Matthias

Budget: ca. 35.000,- EUR

Heimkino weiterempfehlen

Ausstattung

Produktgruppe
Marke / Modell
LCD-Projektoren (16:9) SANYO PLV-Z2 (LCD, 1.280 x 720 Bildpunkte) mit Farbkorrekturfolie und -kalibrierung
Rahmenleinwände (16:9) 2,0m x 1,12m Rahmenleinwand (Eigenbau, Format 1,78:1), Veloursmaskierung; stufenlos verstellbare Vertikalblenden; Vinyl-Tuch Opera
DVD-Player AMISOS DVD-N996
AV- Vorverstärker /-Decoder Lexicon DC-1.4 DTS
Videorecorder Panasonic NV-HS900
Front-/Standlautsprecher Geithain RL 904 (Aktivlautsprecher), 2x
Center-Lautsprecher Geithain RL 906 (Aktivlautsprecher - über LW)
Center-Lautsprecher Geithain RL 904 (Aktivlautsprecher - unter LW)
Surroundlautsprecher GENELEC 1029APM (Aktivlautsprecher), 4x
Subwoofer GENELEC 1094AP, 2x
Kabel Cinchkabel symmetrisch: Cordial mit Neutrik-XLR; Netzleisten und Netzkabel von DominoDesign und AudioAgile
Universalfernbedienungen PHILIPS Pronto Fernbedienung
Lichtsteuerungen IKEA Modell KOPPLA
AV-Möbel COPULARE Tonbase (quarzsand- und bleigefüllt)
Heimkino-Ausstattung 4x Aura Bass Shaker AST-1B-4 mit Verstärker Yamaha AX-570 und Aktivweiche RTO SWW-200
Heimkino-Ausstattung Furutech RD-1 Disc Demagnitizer
Heimkino-Ausstattung Akustik: ca. 6m³ Bassabsorber, 3m² Akustikschaumstoff, 2 Rückwand-Diffusoren
Filmmaterial "The Abominable Dr. Phibes", Copyright by MGM Home Entertainment
© Alle gezeigten/abgebildeten Produkte, Marken, Logos und Bezeichnungen sind Eigentum der jeweiligen Rechteinhaber.
Studio 29 - Retro-Lounge

Kurzbeschreibung:
"Gemütlichkeit und einen einzigartigen Charakter", dass sollte unser neues, eigenes Heimkino ausstrahlen. Es war also von Beginn an klar, dass wir in unserem Haus kein klassisches Kino nachempfinden, sondern die Vorzüge und Gestaltungsfreiheit, die die "eigenen vier Wände" bieten, ausnutzen wollten. Zum einen war damit klar, dass bei uns keine Kinosessel installiert werden sollten, sondern eine gemütliche Eckcouch, die ausreichend Sitz- und Liegemöglichkeiten für bis zu 5 Personen bietet. Weiterhin haben wir persönliche Designklassiker in das Ambiente integriert, wie z.B. die Wandleuchten, den Phonowagen, die Klappzahlenuhr und die Tischleuchte, allesamt Originale aus den 70er Jahren. Aber auch die neuen Couchtische und die Tapete tragen ihren Teil dazu bei, den gewünschten Retrostil zu betonen. Da der Raum auch für unterhaltsame Stunden ohne Film und zum Musikhören genutzt werden wird, sollte der Loungecharakter durch die Einrichtung unterstützt werden.

Der Raum befindet sich nicht - wie so oft - im Keller, sondern im Erdgeschoß, und wurde so in das Wohnambiente integriert. Er misst ca. 4,6 x 4,4 Meter bei einer Deckenhöhe von knapp 3 Metern. Es handelt sich also um einen quadratischen Grundriss, der eine denkbar ungünstige akustische Ausgangssituation bietet. Dem akustischen Ausbau wurde daher von Beginn an große Aufmerksamkeit gewidmet. So wurde z.B. die Raumtiefe um einen guten halben Meter reduziert, um dahinter entsprechende Absorber - insbesondere für die Bedämpfung der Tieftonresonanzen - zu installieren. Die Decke wurde bei 2,4 Metern abgehängt. Zum Einen aus optischen Gründen, zum Anderen aus akustischen und, um die auch dort montierten Absorber und Diffusoren zu verdecken.
Die Leinwand wurde in einen Rahmen integriert, der im Zwischenraum bis zur Wand die beiden Tieftöner und Centerspeaker versteckt. Obwohl alle Komponenten sorgsam ausgesucht und aufeinander abgestimmt wurden, wurde auf eine effektvolle Inszenierung der Technik bewusst verzichtet.

Die Beleuchtung des Raumes trägt maßgeblich zur Atmosphäre bei und war wichtiger Bestandteil der Planung. Sämtliche Leuchten sind per Fernbedienung schalt- und dimmbar. Insg. sind 7 unterschiedliche Lichtkreise unabhängig von einander steuerbar, und es lassen sich somit beliebige Lichtstimmungen gestalten. Diese werden mittels der speziell programmierten Fernbedienung aufgerufen, und es lässt sich somit für die jeweilige Situation das passende Szenario aktivieren.

Bei der gesamten Gestaltung des Raumes wurde darauf geachtet, die Bausubstanz möglichst zu schonen. Die Installation sollte sich somit auf möglichst wenige Dübellöcher beschränken. Unterhalb der Decke wurden daher Konsolen angebracht, die sowohl die Absorber und Diffusoren aufnehmen, sowie Möglichkeiten zur Befestigung aller weiteren Komponenten, wie Leuchten, Lautsprecher, Leinwand, Projektorenhalterung etc. bieten. Somit hält sich der Aufwand bei einer späteren Deinstallation in Grenzen, und der Raum lässt sich schnellstmöglich wieder in den Ursprungszustand zurückrüsten.

Wenn das Licht jedoch ausgeht, dann richtet sich alle Aufmerksamkeit nach vorne. Sei es der klassische Film oder ein Konzert, die Technik tritt in den Hintergrund und es dominiert allein das Erlebnis. Nichts lenkt den Blick ab, Audio und Video bilden eine Einheit, der Zuschauer wird vom Geschehen völlig eingenommen. Der oft bemühte Spruch "Mittendrin, statt nur dabei" wird in diesen Momenten zur Realität. Das Gefühl, durch einen Rahmen zu schauen, hinter dem sich die Ereignisse abspielen, ist unvergleichlich in der Intensität, auch - oder gerade - im Vergleich zu einem Kinobesuch. Uns und unseren Gästen möchten wir somit ein ganz besonders Erlebnis bereiten, Stunden, die man nicht so schnell vergisst; ganz einfach ein Stück Lebensqualität.


Ausführlicher Baubericht:

1. Einführung
Nachdem das "Studio 7" (http://www.cinemaniaxx.de/unserekinos/Matthias/b1.htm) bzgl. technischer Ausstattung bereits optimiert war, war die Optik ein Kompromiss aus Funktionalität und Wohnlichkeit, wobei beides doch nur sehr schwer und in einer Lösung vereint werden konnte. Und nachdem der Umzug in das gemeinsame Haus beschlossene Sache war, blieb ein 20qm großer Raum für die Einrichtung eines Kinos übrig. Dieser befindet sich im Erdgeschoss im Wohnbereich, es handelt sich also nicht um ein klassisches "Kellerkino".
Der letzte Stand der technischen Ausstattung wurde - bis auf den Projektor - komplett aus der vorhandenen Installation im "Studio 7" übernommen. Bis auf einen zweiten Tieftöner vom Typ "Genelec 1094AP" wurde am ursprünglichen Setup keine Änderung vorgenommen.

2. Planung
Am Anfang stand eine 2-wöchige Planungsphase in der das Projekt grob umrissen wurde. Es sollte ein Kinoraum im Retro-Stil der 70er Jahre werden, der jedoch gleichermaßen für Film, wie auch für Musik (Stereo) geeignet sein sollte.

2.1 Geometrische Planung
Der Raum hat eine Breite von 4,59 m und ist 4,42 lang bei einer Deckenhöhe von 2,96 m. Der Sichtwinkel sollte zwischen 30 und 33 Grad betragen, deshalb wurden Leinwandbreite und Sehabstand entsprechend aufeinander abgestimmt. Weiterhin sollte sich zwischen den Frontlautsprechern und der Sitzposition ein exaktes Stereo-Dreieck ergeben, welches maximal 300 cm Basisbreite hat.
Zuerst musste entschieden werden, wo eine verdeckte Montage der Lautsprecher sinnvoll ist. Insbesondere in der Front können die Lautsprecher den Blick auf das Wesentliche (Bild) ablenken. Für die Front kommt hierbei z.B. die Positionierung hinter einer perforierten Leinwand in Frage. Jedoch ist diese Position klanglich nicht unkritisch (bzgl. Frequenzgang und Abstrahlverhalten), und auch die Projektion kann hierbei leiden. Aufgrund der Dimensionen des Raumes und dem Schwerpunkt der audiophilen Musikreproduktion haben wir uns somit für eine verdeckte Montage der Subwoofer und der Center-Lautsprecher und einer sichtbaren Positionierung der Frontlautsprecher im Raum entschieden. Jedoch wurden die ehemals in Buche furnierten Gehäuse der Front gegen schwarze getauscht. Weiterhin wurde beim Design der Lautsprecherständer auf die Verwendung von lichtabsorbierenden Materialien geachtet.
Außerdem sollte die bereits vorhandene Rahmenleinwand in das Setup integriert werden, da diese bzgl. Größe und Tuchqualität optimal war. Eine perforierte Leinwand wäre auch aufgrund der Sehdistanz nicht sinnvoll gewesen. Daher sollten auch wieder zwei Center-Lautsprecher eingesetzt werden, die das akustische Zentrum auf die Höhe der Frontlautsprecher (=Bildmitte) positionieren. Die Höhe der Bildmitte der Leinwand wurde entsprechend der Augenhöhe auf ca. 110 cm festgelegt, um ein entspanntes Sehen zu ermöglichen.
Auch das technische Equipment (Dekoder, CD-Spieler und der Verstärker für die Body-Shaker) sollte nicht im direkten Blickfeld liegen und wurde daher gut zugänglich an der rechten Seite des Raumes eingeplant.
Der DVD-Player und ein späterer Satelliten-Receiver sollten in unmittelbarer Nähe zum Projektor aufgestellt werden. Das hält die Kabelwege für's Bild kurz; eine längere digitale Tonverbindung ist wesentlich einfacherer und günstiger zu realisieren als z.B. eine 10m HDMI- oder YUV-Verbindung.

2.2 Raumdesign
Die Decke sollte aus optischen und akustischen Gründen bei ca. 2,40 Meter abgehängt werden; auch um die restlichen Absorber unterzubringen. Außerdem sollte die Decke keine Lichtreflektionen in den Raum abgeben, deshalb fiel die Wahl auf schwarzen Stoff.
Die Lautsprecher, zumind. Center und Subwoofer sollten versteckt werden, daher sollte eine doppelte Wand, die die bereits vorhandene Rahmenleinwand trägt und die porösen Kanten-Absorber versteckt, an der Vorderseite eingezogen werden. An den Seiten sollten vollflächige Vorhänge die vorhandenen Türen, Fenster, Kabel, etc. verbergen.
Im Vorfeld wurden Einrichtungsgegenstände erworben, die neben den bereits vorhandenen das Retro-Ambiente unterstützen (z.B. Wandlampen, Klappzahlenuhr, Phonowagen). Die Couchtische wurden passend zum sonstigen Einrichtungsstil ausgewählt, sind jedoch Neuware vom schwedischen Möbelhaus.
Die Rückwand sollte akustisch reflektierend nur mit Tapete ausgestattet werden. Das Muster wurde auch hier entsprechend der übrigen Einrichtung im 70er-Jahre-Stil ausgewählt.
Das Leitmotiv "Kreis" bzw. "Rundung" wiederholt sich an mehreren entscheidenden Stellen. So z.B. bei den Wandlampen, der Tapete, den Deckenabschlüssen, der Leinwandmaskierung oder dem Phonowagen.
Da der Raum auch zum Musikhören genutzt werden soll, haben wir uns für eine gemütlich Eckcouch anstatt der Kinositze entschieden. Die Sitzfläche ist besonders tief und somit ausgesprochen gemütlich. Ausgedehnten Filmnächten steht demnach nichts im Wege.

3. Installation
Starttermin war Mitte Oktober 2004. Insgesamt waren ca. 600 Stunden notwendig, um aus einem leeren Raum ein funktionsfähiges Kino zu machen.
Alle Schrauben, Haken und Ösen (z.B. für die Vorhangseile) wurden in die Wand zementiert. Um einen festen Sitzt zu erreichen, mussten hierzu Spezialdübel verwendet werden, da die Backsteinwand normale Dübel nicht hätte halten können.
Generell sollten so wenig Löcher wie möglich gebohrt werden, einerseits um Geld und Nerven zu sparen, andererseits um die Bausubstanz möglichst zu schonen und eine schnelle Rückrüstung im Demontagefall zu ermöglichen.
Die Zwischentüre zum Wohnzimmer wurde mit Platten verschlossen und der Zwischenraum mit Mineralwolle gedämmt. Die Ausgangstüre sollte anfangs gegen eine dickere ersetzt werden, jedoch hätte dann sehr die Optik des Flures gelitten, da dort überall Glastüren eingesetzt sind. Daher wurde die Türe lediglich neu abgedichtet, was bereits einen guten Schallschutz zu den umliegenden Zimmern gewährleistet.

3.1 Unterkonstruktion
Als erstes wurde die Klimaanlage installiert. Das Außengerät wurde auf eine Konsole an der Außenwand geschraubt und wird durch ein Vordach vor Regen und Schnee geschützt. Das Innenteil wurde entsprechend der späteren Deckenhöhe auf ca. 2,20 in der Raummitte angebracht, um eine gleichmäßige Kühlung des Raumes zu erreichen.
In der Zwischenzeit wurde die Tapete auf die Rückwand tapeziert. Anschließend wurden die Konsolen an die Wand gedübelt, die die Absorber in den Raumkanten halten. Verwendet wurden hier Vierkanthölzer mit 60x60mm und Schwerlastwinkel. Diese Konstruktion ist ausreichend stabil um die Absorber zu tragen und diverse Zusatzkomponenten aufzunehmen.
Nachdem die Absorber in den Ecken und Kanten untergebracht waren, wurde das Deckensegel genäht und mit Stahlseilen auf die Haken gespannt. An den Seiten fällt die Decke leicht ab, um die Unterkonstruktion zu verbergen.
Die seitlichen Vorhänge wurden von dunkelblau auf schwarz umgefärbt und aufgehängt. Die Auswahl des Stoffes fiel bewusst auf eine dicht gewebte Qualität, die sich entsprechend den akustischen Vorgaben verhält.
Am Ausgang wurde ein weiterer Vorhang angebracht, um das Licht, das tagsüber durch die Glastüre fällt, auszusperren. Auf der Rückseite des schwarzen Vorhangs wurde noch ein zweiter, spezieller Vorhang zwecks Schallschutz angebracht.

3.2 Doppelte Wand
Die bereits vorhandene Rahmenleinwand mit 2m Breite wurde in eine spezielle Rahmenkonstruktion eingebaut. Bei der Leinwand handelt es sich um ein Opera-Tuch, welches mit schwarzem Molton hinterlegt ist. Die gesamte Rahmenkonstruktion mit integrierter Rahmenleinwand wurde an der Deckenkonstruktion befestigt, sodass keine weiteren Löcher in die Wand gebohrt werden mussten.
Die beiden Subwoofer sollten direkt ihren endgültigen Standort hinter der Leinwand einnehmen, als der Umzugstermin nahte. Die Leinwandkonstruktion musste zu diesem Zeitpunkt also bereits grob fertig sein. Nachdem der obere Centerspeaker hinter der Leinwand montiert war, wurde der Ständer für den unteren Center angefertigt. Die Abdeckungen, hinter denen die beiden Center ihre Arbeit verrichten, wurden später mit Akustikstoff bespannt. Dieser ist absolut blickdicht und verbirgt somit die dahinter liegende Konstruktion.
Zum Schluss wurde noch die Umrandung der Leinwand aus Velours aufgebracht, mit der zum einen eine saubere Einfassung der Projektion erreicht wird und zum anderen die Befestigungslöcher für die Center-Abdeckungen überdeckt werden. Auch die Einfassung der Leinwand mit abgerundeten Ecken ist eine Wiederholung des Design-Leitmotives. Eine Abschlussleiste an der unteren Centerabdeckung schützt den Akustikstoff vor Beschädigung beim späteren Staubsaugen.

3.3 Deckenabschluß / Überhang
Als nächstes wurden der vordere und hintere Deckenabschluß angefertigt. Der vordere Abschluß bzw. Überhang sollte dabei einerseits das Deckensegel spannen und andererseits die Halogenspots für die Leinwand und den Vorhang aufnehmen. Die Konstruktion wurde zweiteilig angefertigt da hier gut 4 Meter Breite überbrückt werden müssen. Sie musste aber auch entsprechend stabil sein, da sie an den Seiten ca. 90 cm freitragend ist. An den Seiten hat der Überhang einen abgerundeten Verlauf, der somit dem Retro-Konzept folgt, und sich an der Rückwand - allerdings in Negativform - wiederholt. Für den Velours-Vorhang links und rechts von der Leinwand wurde ebenfalls ein Seil gespannt. Dieses wird nochmals an kleinen Haken geführt, um einen gleichmäßigen Verlauf zum Überhang zu erreichen. Der Vorhang bleibt jedoch immer in einer festen Position, d.h. die Leinwand ist stets sichtbar. Eine spätere Automatisierung wäre kein Problem; aufgrund der Kosten und des zeitlichen Aufwands wurde darauf jedoch im ersten Schritt verzichtet.
Nachdem der Überhang an seinem Platz montiert war, wurde dieser vollflächig mit schwarzem Velours bezogen. Die Halogenspots, die zuvor mit hochtemperaturbeständigem schwarzem Lack überlackiert wurden, wurden in den Überhang montiert und verkabelt.
An der Konstruktion für die Rückwand - zwischen den Konsolen für die Absorber - wurden die Halterungen für die Back-Surrounds angebracht, um auch hier weitere Bohrlöcher in der Wand zu vermeiden. Die Position der hintern Surrounds erfolgte gemäß Lexicon-Vorgabe für Logic7 mit größtmöglichem Abstand zueinander, sodass eine gute Separation der Kanäle gewährleistet ist.
Das Gestell für Projektor, DVD-Player und Sat-Receiver wurde ebenfalls an der hinteren Deckenkonstruktion befestigt. Stabile U-Winkel halten selbst den schwersten Projektor zuverlässig in Position. Vorteil dieser Konstruktion ist die Flexibilität bzgl. der Verstellbarkeit der Böden, und das die Neigung genau eingestellt werden kann. An der Projektorenhalterung wurde auch der Gobo-Projektor angebracht, der von dort aus auf die Leinwand strahlt.
Auch die Balkenkonstruktion für die seitlichen Surrounds und die Wandlampen wurde an den - hier seitlichen - Deckenkonsolen befestigt. Die Wandleuchten schweben somit vor den seitlichen Vorhängen und die Halterung der Lautsprecher ist ebenfalls vom Vorhang verdeckt.

3.4 Licht
Auf der Suche nach einer Alternative für die bekannten Lichsteuerungen stößt man erstaunlicherweise auf Ikea. Ikea bietet mittlerweile für das Heimkino einige durchaus brauchbare Lösungen. Das System hört auf den Namen Koppla und lässt sich mittels eines IR-Funk-Wandlers und einer Pronto komfortabel steuern. Mittels einer entsprechenden Programmierung (Makros) kann man so beliebige Lichtszenarien generieren.
Insgesamt kann man 10 Kanäle ansteuern, wovon sieben z.Zt. im "Studio 29" benötigt werden. Diese sind:

Halogenspots, farbig, Leinwand 4x 50 Watt
Halogenspots, weiss, Vorhang 2x 50 Watt
Lichtschläuche 2x 60 Watt
Wandleuchten 4x 60 Watt
Pilzleuchte 1x 60 Watt
Regalbeleuchtung 2x 40 Watt
Gobo-Projektor 1x 50 Watt


Die ersten Test mit der Lichtsteuerung wurden mit der Leinwandbeleuchtung gemacht. Es handelt sich um Hochvolt-Halogenleuchtmittel, die in den Farben rot und gelb die Leinwand anstrahlen. Weiße Spots strahlen die seitlichen Vorhänge an und können separat in der Helligkeit geregelt werden. Mit Ausnahme des Logo-Projektors wurden überall 230-Volt-Leuchmittel eingesetzt, um die Belastung der Zuleitungen mit hohen Stromstärken bei Niedervoltleuchtmitteln zu verhindern.
Zur indirekten Beleuchtung des Raumes wurden an den Seilen für die seitlichen Vorhänge Lichtschläuche montiert, die ein diffuses Licht abstrahlen und die Raumhöhe betonen.
Der Gobo-Projektor Isbrytare ist ein weiteres Produkt vom schwedischen Einrichtungshaus. Der Name des Kinos sollte an mehren Stellen auftauchen. So wurde zum Beispiel auch die Klappzahlenuhr mit diesem Schriftzug ausgestattet. Und deshalb kommt auch ein selbst angefertigtes Gobo mit dem Namenszug des Kinos als Leinwand-Projektion zum Einsatz.
Nachdem die Wandleuchten angeschlossen und die IR-Funk-Wandler auf ihren Positionen hinter der Leinwand montiert waren, konnten die ersten Tests der Lichtszenarien durchgeführt werden. Für den Anfang wurden 9 verschiedene Szenen auf der Pronto zusammengestellt, die die einzelnen Lichtkreise in unterschiedlicher Helligkeit ansteuern.
Eine ganz besondere Freude hat mir meine Freundin zu Weihnachten gemacht. Dank ihrer Kreativität hängt nun ein Leuchtobjekt über der Eingangstür zum Kino, das den ersten Blickfang beim Betreten des Hauses bildet. Es handelt sich dabei um eine original Filmdose, die wiederum mit dem Schriftzug "STUDIO 29" versehen wurde. Die Dose ist von innen beleuchtet, und durch geschickte Reflektorenanordnung erstrahlt die "29" noch etwas heller, als der Schriftzug "STUDIO".

3.5 Deckensegel
Bevor das Deckensegel eingesetzt werden konnte, mussten zunächst alle Kabel der Surround-Lautsprecher und des Projektors und DVD-Players verlegt werden. Allein für die Verkabelung der Surrounds waren ca. 50 Meter symmetrisches Signalkabel notwendig. Da es sich bei allen Lautsprechern um aktive Studiomonitore handelt, mussten neben den Signalkabeln auch noch jeweils die entsprechenden Stromkabel verlegt werden.
Nachdem alle Kabel unter der Deckenkonstruktion verlegt waren, wurden die Basotect-Diffusoren auf einer Zwischendecke montiert. Diese besteht aus über Kreuz verspannten Nylonschnüren, die die Diffusoren in Position halten.
Anschließend konnte die schwarze Decke eingesetzt werden. Hierzu mussten lediglich die fünf Seile eingehängt und gespannt werden. Nur das Bügeln des Stoffes war etwas aufwändiger, da hier einige durchs Lagern entstandene Knicke entfernt werden mussten.

3.6 Einrichtung
Im nächsten Schritt konnte der Teppichboden verlegt werden. Dieser wurde einfach auf dem Laminat verlegt, ohne diesen zu verkleben. Auch so liegt der Boden glatt auf dem Untergrund, eine Wellenbildung ist nicht festzustellen.
Jetzt konnten auch schon die Möbel an ihren endgültigen Standort gestellt werden. Der original Phonowagen aus den 70ern wurde nochmals aufgearbeitet. Auf ihm steht die Pilzleuchte, in der zweiten Generation im Familienbesitz. Daneben steht auch ein Original: Eine Klappzahlenuhr mit extragroßen Ziffern. Dort ist ein weiteres Mal der Name des Kinos eingelassen.
Das Copulare-Rack für den Dekoder und den CD-Spieler fand auf der rechten Seite seinen Platz. Von dort aus wurden die Subs und die Satelliten verkabelt. Für den Anschluß der Frontlautsprecher waren nochmals 50m symmetrisches Kabel notwendig, um alle Signale zu verteilen.
Um jedoch auch die DVD's und CD's in einem angemessenen Rahmen präsentieren zu können, wurde ein DVD-Regal in der hinteren rechten Ecke des Raumes platziert. Dieses wird durch zwei Strahler, passend zum Aluminium-Look der Wandleuchten, von oben angestrahlt. Hier ist auch Platz für die diversen Film-Dioramen; besondere DVD-Editionen können somit im Wechsel hervorgehoben werden.

4. Technik
Nachdem die Einrichtung also schon recht weit gediehen war, musste als Nächstes der Klang abgestimmt werden. Im ersten Schritt sollte die reine Stereowiedergabe optimiert werden.

4.1 Abstimmung Stereo
Die Pegel der Subwoofer zu den Satelliten, die Phase, Position der jeweiligen Lautsprecher, Winkel und Position der Couch wurden aufeinander abgestimmt. Sorgfalt und Ausdauer sind hierbei jedoch grundlegend, da wenige Zentimeter beim Rücken der Lautsprecher für das Klangbild entscheidend sind. Jetzt zeigte sich auch, dass sich die akustische Optimierung mit Absorbern und Diffusoren gelohnt hatte.
Die Schröder-Diffusoren an der Rückwand sind ebenfalls ein Eigenbau. Das Material ist MDF und wird noch mit Holzlasur dunkel gestrichen. Das klangliche Ergebnis nach Montage der Diffusoren ist in allen Belangen absolut zufrieden stellend.
Nebenbei wurden die Lautsprecherständer für die Frontlautsprecher gefertigt. Es handelt sich um eine ähnliche Konstruktion, wie die original Gabelständer, jedoch mit deutlich mehr Standfestigkeit. Die Ständer wurden mit einem Mineralwolle-Quarzsand-Gemisch befüllt und bringen nun ca. 70 kg pro Seite auf die Waage. Selman, der gute Freund, der auch das Deckensegel genäht hat, fertige hierfür die Überzüge an. Die mit Velours bezogenen seitlichen Stahl-Stützen nehmen die Monitore an den Originalhalterungen auf, welche somit in der Gabel "schweben". Die Resonanzen werden zuverlässig über die Stützen in die Ständer geleitet und dort absorbiert. Auch hier ist der klangliche Gewinn deutlich nachvollziehbar.

4.2 Abstimmung Mehrkanal
Eine gute Stereowiedergabe ist die Ausgangsbasis für das Setup der übrigen Kanäle. Die Ausrichtung der Lautsprecher, Pegel und Verzögerungszeiten mussten nun jedoch auch für die übrigen Kanäle eingestellt werden.
Eine besondere Herausforderung war die Abstimmung der beiden Center-Lautsprecher. Bis die Dialoge und Musik unverfärbt und mit der gewünschten Verständlichkeit aus der Mitte der Leinwand tönten, waren einige Stunden an Optimierungsarbeit notwendig. Die Möglichkeit der individuellen Pegelreglung bei Aktivlautsprechern vereinfacht die Abstimmung jedoch enorm. Außerdem war genug Platz hinter der Leinwand, um die optimale Aufstellungsposition zu finden und die entsprechenden Absorber und Diffusoren unterzubringen.
In die Couch wurden die Body-Shaker montiert. Das LFE-Signal wird hierzu über eine Akivweiche geleitet, die nur die Frequenzen bis 50 Hz passieren lässt. Das "mittendrin"-Gefühl wird auf diese Weise unaufdringlich intensiviert; ein vordergründiger Effekt sollte vermieden werden.

4.3 Abstimmung Bild
Bisher fehlte jedoch das Wichtigste; das, was das Heimkino eigentlich ausmacht: Der Projektor!
Da der Wunschprojektor zur Zeit nicht verfügbar war, musste ein Alternativmodell, bzw. eine Übergangslösung gefunden werden. Von den Dimensionen und Anforderungen (Zoom, Lensshift, etc.) kam da nur der Sanyo PLV-Z2 in Frage. Dieser wurde gebraucht erworben und kann nun mit einem Amisos DVD-Player betrieben werden.
Vor dem Objektiv des Projektors wurde eine Farbfilterfolie montiert und anschließend eine Farbkalibrierung durchgeführt. Und da der Z2 nun unter optimalen Bedingungen arbeiten darf, stellt sich trotz aller noch vorhandenen Unzulänglichkeiten des Projektors der Eindruck ein, "als würde man durch ein Fenster schauen". Da wird das Heimkino zu einem ganz besonderen Filmerlebnis, das mit herkömmlichem Kino nicht zu vergleichen ist. Das Bild mit dem entsprechenden Ton lässt den Zuschauer mitten im Geschehen weilen; man hat den Eindruck den Ereignissen beizuwohnen.
Entscheidend für dieses Ergebnis ist jedoch, dass das Auge durch nichts abgelenkt wird. Hier ist insb. der Bereich zwischen 0,5 - 1m vor der Leinwand ausschlaggebend, der dem Auge bei eingeschaltetem Projektor keinerlei Rückmeldung geben sollte.

5. (vorläufiges) Happy End
Am Sonntag, den 20.02.2005 war es dann soweit! Unser privates Kino konnte offiziell getauft werden. Mit einem Glas Sekt haben wir - zu zweit - auf hoffentlich viele Stunden gute Unterhaltung angestoßen.
An dieser Stelle - die meisten Leser werden schon deutlich früher aufgegeben haben... - beende ich meinen Baubericht. Obwohl natürlich noch ein paar Detailarbeiten auf dem Plan stehen, werden diese nun im Laufe der nächsten Wochen und Monate umgesetzt. Ein wenig Bastelspaß mit kontinuierlicher Verbesserung des Ganzen macht die Freude am Hobby Heimkino ja erst aus...

Wer Interesse an einer Beratung in Punkto Heimkino und Raumakustik hat, der kann sich gerne an studio29@web.de wenden.
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