Studio D.I.Y. - Teil 1/4

Studio D.I.Y. - Teil 1/4

von seewind

Budget: Extravagant

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Ausstattung

Produktgruppe
Marke / Modell
Röhrenprojektoren BARCO Cine8 ONYX (Röhre, bis 1.600 x 1.200 Pixel)
Videoscaler cinemateq picture optimizer plus II SDI
Rahmenleinwände (16:9) Rahmenleinwand (Eigenbau), 270 x 146 cm (1.85:1)
DVD-Player DENON DVD 2900 (SDI)
AV- Vorverstärker /-Decoder Lexicon MC-12
Sat-Receiver HUMAX IRCE-5400Z (SDI-Modifiziert)
Front-/Standlautsprecher Geithain 903 (Aktivlautsprecher), 2x
Center-Lautsprecher Geithain 903 (Aktivlautsprecher)
Surroundlautsprecher Geithain 906 (Aktivlautsprecher), 4x
Kabel OEHLBACH
Kabel Mogami
Lichtsteuerungen FUTRONIX 4-Kanal IR-Lichtsteuerung P400
Universalfernbedienungen PHILIPS PRONTO Fernbedienung
Filmmaterial "Dinosaur", Copyright by Disney
© Alle gezeigten/abgebildeten Produkte, Marken, Logos und Bezeichnungen sind Eigentum der jeweiligen Rechteinhaber.
Mein Heimkino "Studio D.I.Y. - Teil 2/4" findet Ihr HIER

Mein Heimkino "Studio D.I.Y. - Teil 3/4" findet Ihr HIER

Mein Heimkino "Studio D.I.Y. - Teil 4/4 inkl. Videoclip" findet Ihr HIER

Reportage: "Live aus Studio D.I.Y. - Das Heimkino des Herrn L."
(© by Cai Brockmann (Text) und Rolf Winter (Fotos) – IMAGE Home Entertainment)

Was tun, wenn endlich genug Zeit zur Verfügung steht? Wohin mit der üppigen Freizeit, die der Ruhestand bringt? Mit derlei Fragen hat Herr L. noch nie ein Problem gehabt. Im Gegenteil: Der eigene Vorruhestand kam Herrn L. so gelegen, dass er ihn sogar noch beschleunigte. Als Software-Ingenieur hatte er viel gearbeitet, gutes Geld verdient und sich dabei schon so manchen Wunsch erfüllen können. Einen knackigen Sportwagen zum Beispiel. Eine mehr als ansehnliche Video-Ausrüstung mitsamt Schnittplatz. Eine gute HiFi-Anlage für die geliebten Klassik- und Latin-Music-Scheiben. Und nicht zuletzt auch ein äußerst kommodes Reihenhäuschen im bergigen Grünen.

Nur die Zeit zum Durch-die-Welt-Reisen, die war irgendwie immer schon ein wenig zu knapp bemessen. Herr L. ist nämlich auch ein ziemlicher Globetrotter: kein Ziel zu fern, kein Tag zu lang – und die Video-kamera immer dabei.

Schon zu Jugendzeiten hatte er sich als Hobbyfilmer betätigt und diese Leidenschaft über Jahrzehnte gepflegt, verfeinert und mit Top-Equipment ausgebaut. Mit sehenswerten Spätfolgen: Kaum zurück von einer Reise, machte sich Herr L. stets mit Elan daran, die zahlreichen Videobänder zusammenzuschneiden und zu bearbeiten. Abend für Abend, Wochenende für Wochenende gingen regelmäßig ins Land, bevor der Meister mit dem Ergebnis zufrieden war. Zum Abschluss kamen dann Familie, Freunde und Bekannte zu Besuch und Herr L. ließ die jüngste Auslandsreportage aus dem Do-it-yourself-Studio auf dem großen Fernseher im Wohnzimmer flimmern.

Lob und Beifall waren Herrn L. dank der präzise recherchierten und ausgefeilt zusammengestellten Features garantiert. Obwohl es ihm darauf nun wirklich nicht ankam – der Technikfan versichert glaubhaft, dass ihm der Spaß am Schneiden und Puzzeln einfach wichtiger war.

Mit steigendem Anspruch stieß der begeisterte Amateur vor ein paar Jahren jedoch an eine Grenze: Analoge Signale sind für hochwertige Weiterverarbeitung ja nur begrenzt geeignet – und selbst mit der Videotechnik eines bestens ausgestatteten Hobby-Cutters war hier einfach nicht mehr herauszuholen.

Was also war zu tun?
Der konsequente Umstieg auf ein neues, sündhaft teures Vollprofi-System wäre ein bisschen zu heftig gewesen. Die digitale Videotechnik wiederum steckte zu diesem Zeitpunkt noch in den Kinderschuhen. Brauchbare digitale Hard- und Software war entweder noch gar nicht entwickelt oder schlichtweg unbezahlbar.

Herr L., der vorausschauende Software-Fachmann, verordnete sich daher in puncto Videotechnik eine längere Pause und freute sich stattdessen wieder auf seine Lieblingsmusik und die HiFi-Anlage.

Zu diesem Zeitpunkt verschwendete Herr L. übrigens auch noch keinen ernsthaften Gedanken an DVD, Großbild oder Surroundsound. Hobbys gab’s schließlich – soweit der Zeit raubende Beruf und der persönliche Qualitätsanspruch es erlaubten – sogar mehr als genug.

Außerdem: Die gerade angelaufene Markteinführung der DVD zeichnete sich vor allem durch ein unerträgliches Format-Hickhack der konkurrierenden Konzerne aus, die bespielbare DVD war sogar noch komplette Zukunftsmusik. Darüber hinaus präsentierte sich das Thema „Heimkino“ im Regelfall als soziales Freigehege für Pegelsüchtige, Bassfreaks und andere Verrückte. Und Klassikfans wie Herr L. reagieren auf exzessive Pyrotechnik und hemmungslose Krawallszenen im günstigsten Fall, nun, sagen wir mal: irritiert. Die reißerisch-desaströsen Demo-Trailer der Großbild-Szene passen halt nicht so recht zu den differenzierten Tonvorstellungen eines passionierten Weltenbummlers.

Herr L. fühlte sich bestärkt: Der Fernseher durfte im Wohnzimmer bleiben, die gute alte Videoausrüstung aber wurde weggesperrt, das Thema Heimkino ignoriert. Stattdessen wurde die HiFi-Anlage optimiert.

Zum Beispiel mit Profi-Lautsprechern von Musikelectronic Geithain. Der renommierte Ton- und TV-Studioausrüster aus dem sächsischen Geithain (sic!) ist bekannt für feine Lautsprecher aus eigener Produktion, die – ein Fest für Technikfans – eine koaxiale Chassisanordnung besitzen, Stichwort „Punktschallquelle“, und aktiv aufgebaut sind, ihren Leistungsverstärker also bereits integriert haben. Alle Modelle sind tonal untereinander voll kompatibel und problemlos kombinierbar; zur Ansteuerung genügt ein Vorverstärker. Oder ein AV-Prozessor, wie sich kurze Zeit später noch zeigen sollte.

Denn nach ein paar Jahren selbst verordneter Pause erlebte Herr L. bei seinem engagierten Händler nicht nur herausragende Lautsprecher, sondern auch eine perfekte Großbild-Vorführung: ohne billige Show-Effekte, dafür mit riesigen Fortschritten in der Digitaltechnik. Endlich!

Sofort sprang der Funke über: Herr L. war spontan begeistert, seine sanft dahinschlummernde Video-Leidenschaft blitzartig wieder zum Leben erweckt. Beeindruckt vom gigantischen Unterschied zwischen schnödem TV und optimal eingestelltem Projektor plus Leinwand, wollte er seine früheren Erfahrungen und Qualitätsansprüche umgehend in ein neues und möglichst durchgehend digitalisiertes System einfließen lassen.

Wie praktisch, dass in der Zwischenzeit ein passender Raum für das alte/neue Hobby frei geworden war. Das ehemalige Zimmer der Tochter im ersten Stock war nämlich bereits als Musikraum für die feine HiFi-Anlage erkannt und verplant worden. Da sollte sich zum Heimkino-Einstieg doch wohl ein riesiges TV-Set integrieren lassen ...

Diese zaghafte Idee mauserte sich jedoch schon bald zur „richtigen“ Lösung. Nach reiflicher Überlegung entschied sich Herr L. dann doch für einen Projektor plus Leinwand. Außerdem war ein ausgefeiltes Mehrkanal-Tonsystem mit amtlichem DVD-Player beschlossene Sache. Das neue Equipment entsprach dem gewohnt hohen Qualitätsstandard: Neben einem Top-Player von Denon und diversen aktiven Geithains musste es auch der Nonplusultra-Prozessor MC-12 von Lexicon sein, logischerweise in der äußerst flexiblen symmetrischen Ausführung, um die sensiblen Ton- und Bildsignale auch über lange Kabelstrecken störfrei zu übertragen.

Einzig die neuen kleinen Projektoren enttäuschten Herrn L. in der harten Praxis – deren winzige Pixelfehler waren für den äußerst anspruchsvollen Hobbyisten einfach nicht akzeptabel. Nach ein paar LCD- und DLP-Versuchen bot aber ein Barco aus der 708er-Serie den adäquaten Einstieg ins „professionelle“, also röhrenbestückte Heimkino-Bild. Dennoch musste auch diese tolle Maschine kürzlich Platz machen für einen Barco Cine 8 Onyx, der nun, bestückt mit dem LiMO-PRO-Modul, tatsächlich die Vorstellungen des Bild-Gourmets vollends erfüllt.

Bei flüchtiger Betrachtung könnte da durchaus der Eindruck entstehen, als jage Herr L. ständig und rastlos „noch besseren“ Komponenten hinterher. Doch eher das Gegenteil ist der Fall: Geräte, die den höchst umgänglichen Vorruheständler wirklich zufrieden stellen, werden zum langfristigen Inventar geadelt. Gieriges Verlangen nach dem neuesten Hardware-Kick ist bei Herrn L. schlichtweg nicht konstatierbar, sehr wohl aber präzises Wissen um die eigenen Wünsche, Gespür für Top-Qualität und ein zweifellos gefestigter Charakter.

Die Performance seines derzeitigen Heimkinos ist entsprechend: Das gesamte AV-System spielt so unverschämt gut, harmonisch und souverän, dass es keinen einzigen Grund zum Mäkeln gibt. Was wiederum alles andere als selbstverständlich ist. Denn der Raum – mit knapp 23 Quadratmetern Grundfläche und einer Deckenhöhe von rund zwoeinhalb Metern keinesfalls gigantisch – wird von einer vergleichsweise riesigen Leinwand dominiert: 270 x 150 Zentimeter sind eine mächtig imposante Ansage. Selbst kleinste Projektionsmängel ließen sich aus dem bequemen Sofa heraus sofort identifizieren – wenn es denn welche gäbe ...

Ganz ohne verschwurbelte Tuning-Maßnahmen, allein durch die geschickte Zusammenstellung hochqualitativer Komponenten und deren sorgfältige Installation gelingt Herrn L. ein bestechend scharfes und kontraststarkes Riesenbild mit natürlichen Farben und exzellentem Tiefeneindruck. Der völlig serienmäßige DVD-Player zum Beispiel schickt keine progressiven Bildsignale zum Projektor, und irgendeine externe Bildbearbeitung sucht man ebenfalls vergebens. Einzig das integrierte LiMO-PRO-Modul des Projektors trägt hier sein „Schärflein“ zum beeindruckenden Ergebnis bei. Einfach faszinierend auch, wie viel innere Ruhe die Anlage ausstrahlt. Das ist durchaus wörtlich gemeint und manifestiert sich besonders deutlich in zwei Punkten.

Erstens: Das übliche Lüftergeräusch des Projektors versickert zum Großteil in einer selbst gebauten, mit Dämmstoff versehenen Teilverkleidung. Die schwarz lackierte Holzkonstruktion ist blitzschnell abbaubar und verdeckt geschickt einen sauber verkleideten Durchbruch in der Balkendecke.

Herr L. nutzt nämlich den praktisch leer stehenden Dachboden für eine professionelle, weil sternförmige Verkabelung seiner gesamten AV-Anlage. Auf dem Dachboden treffen, selbstverständlich strikt nach Funktion getrennt, sowohl die abgeschirmten Netzstrippen als auch NF- und Video-Kabel quasi punktförmig aufeinander.

Kein Wunder, dass – und hier kommt der zweite Punkt – Bild und Ton diese unglaubliche Ruhe vermitteln können. Kein Wunder, dass man bereits in den ersten Minuten von echter und eben nicht nachträglich erzeugter Dynamik gepackt wird.

Apropos Dynamik: Neben der mitunter vorzüglichen Übertragungs- und Klangqualität des Satelliten-Empfängers – und hier vorrangig von seinem favorisierten Klassiksender aus Frankreich – hat Herr L. auch gut gemachte Action-DVDs à la Stunde der Patrioten schätzen gelernt.

Hoppla, jetzt bin ich doch ein wenig überrascht – verstehe aber schon nach ein paar Minuten, warum Herr L. sein Vergnügen nunmehr auch im explosiveren Fach findet, und das sogar ohne separaten Subwoofer: Der vom Lexicon-Prozessor absolut professionell auf sieben Kanäle verteilte, äußerst homogene Surroundsound hat’s nämlich wirklich in sich. Die aktiven Lautsprecher erzeugen auch ohne Extrabassisten einen sehr tief hinabreichenden, äußerst stabilen Tieftonbereich.

Die Anlage spielt über die volle Bandbreite wie aus einem Guss. Und die erstklassige Akustik des Raumes, die durch eine Teppichbespannung der Front- und Rückwand noch opimiert wurde, tut ein Übriges.

Bei akribischer Untersuchung fällt dann doch noch eine winzige optische Unstimmigkeit auf: Die Oberfläche des Centerspeakers unterscheidet sich leicht vom linken und rechten Lautsprecher. Der Grund: Herr L. vermisste am ursprünglich installierten kleineren Geithain-Modell eine Spur Sonorität, tauschte es gegen das passende größere Modell aus und akzeptierte dafür ein anderes Furnier. Doch auch die blaue Sonderlackierung schaffte es nicht ganz, die andere Holzstruktur völlig zu egalisieren ...

Doch was wirklich zählt, ist Performance. Und ich habe noch keinen stimmigeren als diesen formidablen 7.0-Sound gehört, vom fantastischen Bild mal ganz zu schweigen. Also: Üppige Freizeit? – Nur her damit!
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