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Grand Joya Theater - Jetzt mit Heimkino-Videoclip
von Andreas
Budget:
Extravagant
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  Zum Videoclip des Heimkinos
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  Ausstattung
Produktgruppe Marke Modell
DILA-Projektoren (16:9) JVC HD750 (16:9 - Full HD DILA-Projektor; 1.920x1.080 Bildpunkte)
Rahmenleinwände (21:9) Visivo 3,00m x 1,29m Cinemascope Rahmenleinwand (21:9)
AV-Receiver DENON AV-3808 (als Vorverstärker)
Blu-ray Disc-Player DENON DVD-3800BD
HD DVD-Player TOSHIBA HD-XE1
7-Kanalendstufen Sherwood A-965
Lautsprechersets/-systeme VISATON 5x Selbstbau Topaz Signature mit Visaton-Chassis und Mundorf-Elektronik
Subwoofer 1x Selbstbau-Dipol nach Linkwitz mit 18''-Chassis (mit "Nero Assoluto" Granitplatten beschwert)
Subwoofer 2x Monopole als SBA (mit "Nero Assoluto" Granitplatten beschwert)
Mono-Endstufen Hypex DS 4.0 (Endstufe für vordere Subwoofer - sind parallel angeschlossen)
Absorber R-T-F-S BIG Block B (Bass-, Mittelton-Absorber), 3 Stück unter der Leinwand)
Absorber R-T-F-S Wallpanel XL (Mittel-/Hochtonabsorber)
Kinostühle SATO Office 3 original Kinostühle Modell "HARRISON Fest"
AV-Möbel HiFi Rack komplett Eigenbau mit MDF Platten lackiert
Sonstiges alle Lautsprecher sind mit "Nextel"-Lack lackiert
Sonstiges die Sockel der Lautsprecher wurden aus "Amazakoné" Holz hergestellt
 
Ausführlicher Besuchsbericht zum "Grand Joya Theater"
Einen ausführlichen Bericht zum "Grand Joya Theater" finden Sie in der Ausgabe 4/2010 des Heimkinomagazins audiovision, das Sie aktuell im Zeitschriften-Fachhandel beziehen können.

Hier noch die Entstehungsgeschichte meines "Grand Joya Theaters":
Mein Interesse für das Hobby Heimkino startete im Juni 2005. Während ich mich vorher ausschließlich für Stereo interessierte, änderte der Kauf eines damals kaum erschwinglichen 50“-Plasma-Fernsehers (Panasonic TH50 PV 500 E) sowie eines Surround-Systems von Harman-Kardon mit AV-Receiver, DVD-Player und 5.1-Lautsprechern die Situation schlagartig. Der erste eingelegte Film (X-Men 1.5) mit gleich in der Anfangsszene wild durch den Raum fliegenden Kugeln ergaben den perfekten Start und beeindruckte mich sehr.

Damals bestand der glückliche Umstand, dass ein Raum im Erdgeschoss frei war. Da ich dessen Nutzung als Abstellkammer unbefriedigend fand, deklariert ich das Zimmer als neuen Kinoraum, wo ich vergnüglich Filme genießen konnte, ohne jemanden zu stören. Durch das große Panel sowie das Soundsystem kam schon einiges an Kinofeeling herüber. Da bekanntlich das Bessere des Guten Feind ist, wurden nach und nach Komponenten gegen höherwertige Teile ausgetauscht. So zogen andere Lautsprecher und ein besserer Yamaha-DVD-Player in das Kino ein. Eigentlich war ich dann erst einmal zufrieden.

Da ich noch einen kleineren Fernseher für das Wohnzimmer suchte, mich aber nicht bezüglich des Modells entscheiden konnte, fuhr ich im Herbst 2006 kurzerhand extra zu einer Messe nach Kassel, da dort alle Modelle vertreten waren. Ich hatte aber die Rechnung nicht mit der gerade aufkommenden Welle der Full-HD-Beamer gemacht. Was ich dort gleich im ersten Studio bei einer Vorführung des brandneuen Mitsubishi HC-5000 sah, faszinierte mich vom ersten Moment an. Ein Bild mit einer Bildgröße von über 2,8 Meter Bildbreite, vorgeführt in Full-HD von einem HD DVD-Player und das Gefühl, in einem richtigen (nicht-öffentlichen) Kino zu sitzen mit eigener Programmwahl fand ich einfach nur fantastisch. Ich fuhr also nach Hause, der Fernseher war gestrichen und ich sparte und wartete auf das Erscheinen des HC-5000. Als es Ende des Jahres soweit war, mussten nur noch eine elektromotorisch verstellbare 2 Meter-Leinwand und der Projektor gekauft werden.

Bei Erscheinen wurde dann der Toshiba HD XE-1 gekauft und eine Playstation 3 folgt einige Zeit später. Seit dieser Zeit hat das Hobby Heimkino einen weiteren Höhepunkt erreicht. Zahlreiche neue HD-Filme strandeten seitdem in meinem Briefkasten und ich genoss viele vergnügliche Kinoabende alleine und mit Freunden.

Auf Hardware-Seite blieb aber das Updaten von Geräten die einzige Konstante. Zuerst wurde ein Denon AVR 3808 angeschafft. Dieser wurde anschließend zur Vorstufe deklariert, da die internen Endstufen nicht gerade das Sahnestück des Receivers sind. Als Endstufe wurde die Sherwood A-965 angeschafft, die ein hervorragendes Preis-Leistungsverhältnis hat. Die Sherwood spielt weitestgehend neutral mit einer leichten Bassanhebung. Anschließend wurde die Denon-Vorstufe bei Cinemike getunt, wodurch Detaillierung, Tonalität sowie Dynamik einen großen Schritt nach vorne machten. Zufrieden mit den Ergebnissen der Tuningmaßnahmen hörte/schaute ich mir den ungetunten und getunten Denon DVD-2500 BT im Vergleich an, die teurere, aber bessere Variante machte das Rennen. Die PS 3 flog heraus. Der Denon-Player brachte eine weitere signifikante Verbesserung der Performance.

Ende 2008 wurde als letzter Schritt im alten Kino der Beamer ausgetauscht. Mit inzwischen einiger Seherfahrung ausgestattet störten mich inzwischen doch ein wenig die digitale, unnatürliche Bilddarstellung sowie mangelnder Schwarzwert und Bildpumpen des Mitsubishi-Beamers. 1-Chip-DLPs kamen aufgrund Regenbogen-Empfindlichkeit nicht in die engere Wahl. Daher wurde ein JVC HD 750 angeschafft. Ich brauchte etwas Zeit, mich an die filmlike Darstellung des Beamers zu gewöhnen („vermeintlich weniger Schärfe“). Der kinolike Charakter, der Kontrast und der Schwarzwert sind einfach fantastisch. Ein halbes Jahr später erfolgte noch ein Cinemike-Tuning, wodurch die Detaillierung, die Bewegungsschärfe sowie Farbabstimmung weiter verbessert wurden. Der JVC-Beamer ist für mich so gut, dass danach weit und breit nichts mehr kommt. Erst gute 3-Chip-DLP-Beamer haben mit ihrer eigenen Charakteristik wieder so viele Stärken, daß sie ähnlich viele positive Argumente haben wie der D-ILA. Allerdings kaum bezahlbar.

Umbau und Umzug

Zwischenzeitlich wurde der früher freie Raum im Erdgeschoss benötigt, so dass die Suche nach einem adäquaten und geeigneten Raum anstand. Hier stand die Prämisse, dass das neue Kino größer und akustisch besser sein sollte. Nach Abwägung verschiedener Alternativen fiel die Entscheidung auf Aufgabe der Garage und eines kleinen Kellerraums. Mein Heimkino darf bleiben und mein Auto muss jetzt frieren.

Als Erstes stand die Abwägung zwischen bautechnischen Anforderungen im Kellerbereich (z.B. Wärmedämmung) vs. Platzeinschränkung Höhe und Breite durch die Dämmmaßnahmen vs. Akustik des Kinos.

Dann wurde es handgreiflich: Die massive, aber nicht tragende Trennwand zwischen Garage und Keller musste eingerissen werden. Dummerweise hatte der Installateur eine installationstechnische Meisterleistung vollbracht und die Grundwasserleitung in einer U-Form direkt hinter der Wand verlegt. Also musste ich extrem vorsichtig die Mauersteine mit Vorschlaghammer wegschlagen. Dann wurde anstelle des Garagentors eine Außenmauer gezogen und die hauchdünnen Fensterscheiben gegen spezielle, schallisolierte Spezialfenster getauscht. Die ganze Verrohrung aus Grundleitung, Warm-/Kaltwasserleitungen und Heizungsrohren wurde umverlegt an dezentere Stellen.

Leider war neben der Wasser-Grundversorgung auch die Elektro-Grundversorgung mein Feind: Die 80 Ampere-Grundleitung lief einmal komplett entland der Garagenwand in den Hausanschluss und von dort weiter hoch über die Decke entland des ehemaligen Kellerraums. Nach Entkernen der Decke hing die Leitung ab Anschlusskasten auch noch wie eine Affenschaukel herunter. Ich malte mir aus, wie die ganze Elektronik das Einschalten von einigen hungrigen Verbrauchern finden würde. Insbesondere der zukünftige Beamer-Standort war genau unter der Leitung. Da ich an der Einspeisung zum Hausanschluss nichts ändern konnte, stemmte ich hinter der Leitung die Wand auf und schob das dicke Tau in die Wand. Ab Hausanschluss wurde die Leitung bündig unter die Bodendecke montiert. Anschließend wurden alle Leitungen komplett mit Blechen ummantelt/geschirmt und geerdet.

Nach den eher destruktiven Arbeiten wurde jetzt die Decke aufgebaut. Zuerst wurde eine aufgrund der niedrigen Deckenhöhe dünne Lattung und Konterlattung an der Decke befestigt.

Anschließend wurde die hochkomplexe Leitungsführung der Deckenbeleuchtung montiert. Die Montage nahm durch den extrem schmalen Aufbau (4 cm Höhe) und die Verlegung von einigen Steuereinheiten und vielen Metern Kabeln einige Zeit in Anspruch.

Das anschließend geplante Verfüllen des Hohlraums mit einer Steinwolle-Schicht scheiterte an der Dünne des Hohlraums und den vielen Kabeln, die im Weg waren. Bei nur 4 cm Aufbau klappten die hauchdünnen, extra zugeschnittenen Steinwolle-Schichten selbst mit mehren Leuten schneller herunter, als Platten darunter befestigt werden konnten. Also wurden nur die extra georderten Akustik-Lochplatten mit einer ausgesuchten Lochung (akustischer Einfluss) an der Decke befestigt und anschließend mit schwarzer Farbe besprüht.

Dann erfolgte die Verlegung der Wandelektrik sowie der Aufbau einer Wandkonstruktion. Aufgrund der Außen-Schnittstelle zu frostführenden Erdschichten wurden verschiedene Lagen Wärmedämmung und Dampfsperre montiert und anschließend Gipskarton-Platten für Feuchträume (wegen höherer Dichte und damit Schwingungsverhalten) fixiert. Weiterhin wurde eine spezielle Konsole für die Aufnahme von Breitband-Absorbern (Wall Panel XL von RTFS) gebaut, da die schon vorher geplanten Absorber zur Eliminierung von Erstreflexionen nicht so lustlos an der Wand hängen sollten.

Beim Boden wurden auf dem Estrich zwei Lagen OSB-Platten, Dampfsperre sowie Dämmung aus Polystyrol verlegt. Dabei wurde von der zukünftigen Leinwand-Fläche ein zentraler Datenkanal mit Lautsprecher- und Cinch-Kabel sowie ein Weg für die Elektro-Versorgung Subwoofer bis nach hinten in den Technik-Bereich laufend berücksichtigt.

Anschließend wurden die Wände mit Rauputz grundiert und rot gestrichen und die neue 3 Meter-Cinemascope-Rahmenleinwand montiert.

Auf dem Bodenbereich wurde ein Podest für eine zweite Sitzreihe montiert mit massiven Kanthölzern (Stärke 8 cm) und Verstrebungen gleicher Stärke alle 25 cm in Gegenrichtung. Das Ganze wurde elektrifiziert und mit Steinwolle komplett ausgefüllt. Anschließend erfolgte die Montage einer massiven Platten als Deckel.

Abschließend wurde nach einer Grundreinigung der Teppichboden verlegt und die Anlage vormontiert.

Ein anschließender erster neugieriger Hörtest trieb einen Schrei des Schreckens aus mir, so grauenvoll war die Akustik. Jeder Ghettoblaster hörte sich besser an. Nachdem erst einmal die Vorstufe mit ersten Parametern gefüttert wurde, war zwar der Ghettoblaster abgehängt, aber eine Verschlechterung gegenüber dem alten Kino immanent.

Es folgte nun eine lange Zeit des Optimierens. In einem Verzweiflungsakt hatte ich sogar einmal Audyssey einmessen lassen. Das anschließende Hörerlebnis mit muffigem Sound (Feindynamik weg, Detaillierung weg, Frequenzgang verzogen,...) bestätigte mich aber wieder, weiterhin manuell akustisch abzustimmen. Wochenlange Abstimmungen mit regelmäßiger Nachjustage der Vorstufen-Parameter (Entfernungen, Übergabefrequenzen, Verteilung SUB-Main, Deaktivierung von Lip-Sync, ...), Verrücken des Subwoofers und der Hauptlautsprecher, Anwinkeln der Hauptlautsprecher, Einbau von Big Block B-Absorbern von RTFS als Podest unter der Leinwand (war schon vorher berücksichtigt) etc. verbesserte sich die Situation merklich, sowohl im langwelligen Bereich als auch bei Mitten und Höhen.

Der konstruktiv eigentlich exzellente Dipol-Subwoofer (nach Linkwitz), welcher während der Umbau-Phase parallel entstand, zerlegte selbst in Minimal-Einstellung fast schon meinen Raum. Nachdem ich diese „Bestie“ mit seinem Doppel-18“-Chassis durch Einstellungen an der Verstärker-Einheit (HYPEX DS 4.0) und Drehen der Aufhängung zivilisiert hatte, fing das Kino langsam an Spaß zu machen. Es ist schon ein Erlebnis, wie ein Dipol den ganzen Raum anregt und einem die Hosenbeine anfangen zu flattern. Der Raum ist quasi das Subwoofer-Gehäuse, in dem man selbst. Da ich aus einem anderen Lautsprecher-Projekt (Projekt 1 von Intertechnik) noch die beiden Bass-Module übrig hatte, baute ich mir daraus noch zwei weitere Subwoofer, diesmal als (klassische) Monopole. Diese bilden von vorne eine Schallfront, während der Dipol nach hinten kam. Ich habe somit die zumindest theoretisch ideale Unipol-Anordnung. Anscheinend war aber bei den Monopolen die Impedanz so kritisch, dass der eingesetzte analoge Verstärker regelmäßig in Protect-Modus ging. Daher habe ich dort auch die digitale HYPEX DS 4.0 zum Antrieb eingesetzt, seitdem ist Ruhe. Zusätzlich wurde ein Antimode AM 8033 angeschafft. Nach Einsatz aller Maßnahmen ist der Bass-Bereich richtig gut geworden.

Vor kurzem wurde noch der Cinemike DVD-2500BT gegen den Cinemike DVD-3800BD als Blu-ray-Player ausgetauscht und sowohl den digitalen Subwoofer-Verstärkern als auch dem Antimode wurde eine Eingangsfilterung verpasst. Die vorher vorhandenen Rückstreuungen hatten klanglich und vor allem bildlich einen Schleier gelegt, der danach weg war. Inzwischen ist ein Zustand erreicht, der weit über dem alten Kino liegt.

Aktuelles Projekt – Eigenbau 5-Kanal-Endstufe
Im Jahr 2009 hatte ich die Voraussetzungen für eine schöne Kinoatmosphäre mit gutem Bild und Ton geschaffen. Ein eigener Raum fürs ungestörte Kinovergnügen, die Akustik als eine der schwersten Disziplinen überhaupt einigermaßen im Griff und nebenbei die Lautsprecher-Kette durch zwei weitere Hauptlautsprecher sowie drei Subwoofer verstärkt und dann noch die Zuspielerseite aufgewertet. Das sollte erst einmal genug sein...

Doch irgendwie lässt das Gefühl, da geht noch deutlich mehr, nicht nach. Dafür müßte aber ins „Herz“ der Elektronikkette eingegriffen werden, entweder durch eine andere Vorstufe oder Endstufe.

Um aber wirklich einen spürbaren Sprung nach vorne zu erzielen, wird der Aufwand langsam groß. Eine Vorstufe selbst zu bauen, scheidet aus. Klassische Stereo-Bausätze gibt es zwar, Mehrkanal-Bausätze mit aktuellen Chipsätzen mitsamt HDMI-Lizenz und HD-Tonnormen sucht man aber vergeblich. Und absolute HighEnd-Vorstufen sind zur Zeit außerhalb meines Budgets. Bei Endstufen dagegen ist der Selbstbau wesentlich praktikabler. Der Gedanke an eine Selbstbau-Endstufe schwebte mir schon seit längerem durch den Kopf.

Aufgrund des Umstands, dass die gerade Krabbeln lernende Tochter lieber nicht die 380 V-Röhren der Röhren-Endstufen im Wohnzimmer entdecken und anfassen sollte, müssen dort Transistor-Endstufen hin. Also kommt die Sherwood-Endstufe dorthin und der Weg ist frei für eine Selbstbaulösung im Kinoraum.

Nach Studium der Architektur von käuflichen HighEnd-Endstufen kamen ins Pflichtenheft: Mono-Aufbau, massives Alu-Gehäuse mit guter Kühlung, brummarmer HighEnd-Trafo, großzügige, aber schnelle Siebung, kurze Signalwege, HighEnd-Endstufen-Module, gute Kontakte für Eingänge und Ausgänge sowie KP-Kondensatoren und nicht-magnetische Widerstände.

Die Auswahl fiel auf Komponenten von THEL, welche erstklassische Qualität versprechen und von JeanAudio auch auf Kundenwunsch gebaut werden (vielen Dank an JeanAudio für die zahlreichen Tips!).

Vor Weihnachten standen dann schwere Kartons vor der Tür: Zwei massive 19“-Gehäuse (Stärke 3mm) mit Hochleistungs-Kühlkörper

Für alle fünf Kanäle jeweils:
- 250VA-Audio-Trafos mit besonders hoher Induktion
- Siebung 16x STV3300 mit 52.800 Mikro-Farad pro Kanal
- Endstufen-Module AccuSound41 mit Panasonic-Elkos, KP- und Glimmer-Kondensatoren und nicht-magnetischen, induktionsfreien TKD-Widerständen
- HighEnd-Desymmetrierer ebenfalls mit TKD-Widerständen
- Neutrik FPB3 XLR-Einbaubuchse
- WBT-Lautsprecherterminals

Dann wurde erst einmal die ideale Anordnung ausgetüftelt, denn zwei bzw. drei Kanäle in einem Gehäuse wollen erst einmal störungsfrei und stringent verbaut werden ohne gegenseitige Beeinflussung. Dann wurden die Module miteinander verbunden. Als Frontplatte wurden vom Schlosser massive 20mm starke Aluminium-Platten gefertigt, gesandstrahlt und anschließend noch graviert. Gleichzeitig benötigte ich ein Rack speziell gebaut für die Endstufen: Da ich noch für den 6./7. Kanal in einem weiteren Gehäuse zwei Kanäle baue, brauche ich Platz und ein Rack, welches 80 kg Endstufenpower tragen kann. Also studiert, wie denn Firmen für viel Geld (teils vierstellig) sogenannte HighEnd-Racks bauen, selber eine technische Zeichnung angefertigt und vom Schlosser ebenfalls in massivem Aluminium die Grundkonstruktion bauen lassen und gesandstrahlt. Als Boards dienen dann schwere Granitplatten, die auf Spikes aufliegen. Zwischen dem Boden und dem Rack kommen ebenfalls Spikes zum Einsatz. Das Rack allein wiegt dann satte 120 kg.

Neben der Materialschlacht war der monetäre Aufwand auch nicht gerade gering, im Bereich einer hochwertigen Mehrkanal-Endstufenkombi jenseits der Massenhersteller. Umso gespannter war ich daher natürlich aufs Ergebnis. Vorsichtshalber habe ich mir vorher einige Referenztitel von Filmen und Konzert-Blu-rays angehört und angeschaut.

Es ist schwierig das Ganze glaubwürdig zu beschreiben trotz der Begeisterung. Die erste Zeit saß ich nur ungläubig staunend im Kino und erkannte die Anlage kaum wieder. Das System spielt eine Klasse besser auf trotz gleicher restlicher Kette. Der Klang ist einfach detaillierender, viele Details kommen erst jetzt in dem Umfang zur Geltung. Die Feindynamik ist ebenfalls deutlich besser, die feinen Emotionen und Untertöne kommen glaubhafter und natürlicher herüber. Von der Grobdynamik ganz zu schweigen. Wie die Endstufen „von Null auf Hundert“, aber auch “von Hundert auf Null“ zuschlagen, lässt das Herz höher schlagen. Vor allem die abrupten Vollbremsungen zu totaler Stille überfordern manchmal fast die Sinne. Gleichzeitig ist die Tonalität gut, das Klangbild ist einfach ausgewogener. Höhen sind nicht überspitzt, aber mit Flair. Mitten passen und der Bass ist präziser und kontrollierter. Die Pegelfestigkeit habe ich lieber nicht getestet, bei –5dB habe ich meinen Ohren zuliebe aufgehört, aber von Verzerrungen war noch keinerlei Anzeichen.

Zwei Eigenschaften möchte ich aber explizit herausstellen: Zum Einen ist das die Kanaltrennung. Die Sherwood-Mehrkanalendstufe ist wirklich mit gutem Preis-Leistungsverhältnis versehen und für sich eine gute Lösung. Aber im Vergleich zu den AccuSound-Monoblöcken trennen sich Welten. Jeder Kanal ist plötzlich sauber zuzuordnen, aber trotzdem der Klang in sich konsistent. Es entsteht eine immense Räumlichkeit. Der Klang ist wirklich im Raum, aber man weiß immer genau wo dort im Raum. Erstaunlich, wie viele Informationen vorher auf den hinteren Kanälen verloren gingen im Kampf mit Front/Center um den besten Platz an Trafo/Netzteil. Die Monoblock-Ausführung sorgt hier für beeindruckende Vorteile.

Zum Anderen aber sorgt die AccuSound-Lösung für eine Natürlichkeit, die man nicht auf einer Skala festlegen kann. Der Klang ist einfach natürlich, nicht mehr und auch nicht weniger. Das war vorher nicht feststellbar, erst jetzt im Vergleich zu vorher. Alle Anlagen, die ich kenne (und das sind einige), liefern einen „Kinosound“. Manche besser, manche schlechter. Einige hören sich super an oder machen Spaß. Diese Endstufe hört sich stattdessen wie das reale Leben an, wie draußen außerhalb des Kinos. Wie gesagt, einfach natürlich.

Damit wird jetzt erst einmal eine ruhigere Phase eingeläutet. Ausprobieren werde ich im Laufe des Jahres noch den Einsatz von (ca. 8-10) Helmholtz-Resonatoren in ausgewählten Raummoden-Frequenzen und ggf. Diffusoren. Sollte das Erfolg haben und das Antimode ersetzen können, werde ich berichten. Parallel werde ich für eine andere Vorstufe sparen und mittelfristig diese austauschen, aber das hat noch Zeit...
 
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