Heimkinos

Reportage

Aufmacher

SALINO KINO

Freibier am Ticketschalter

von Cai Brockmann (heimkinomarkt.de)


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Frau S. hingegen ist in ihrer Filmwahl abermals ausgesprochen anglophil. Sie schwärmt von hochkarätigen Jane-Austen-Verfilmungen und aufwendigen Kostümstreifen bis hin zu rustikalen Historien-Epen, schätzt aber auch typisch britische Schelmereien à la Lang lebe Ned Divine. Da mag es nicht unbedingt leichtfallen, Programmüberschneidungen zu erkennen, doch die sind, so versichert Herr S., absolut vorhanden; sonst hätte er auch das Kinoprojekt nicht so konsequent durchziehen können.

Ein Wort noch zum „Referenzsessel“: Auch wenn man auf einem der 14 anderen Sitzplätze herumlümmelt, soll das Kinovergnügen ungeschmälert bleiben. Herr S. garantiert für jeden Sitz hervorragende Sicht- und Soundverhältnisse. Davon lassen wir uns gerne überzeugen.

Der schwere Vorhang schwebt lautlos zur Seite, das Saallicht wird heruntergedimmt, die Leinwand – in genialischer Art und Weise auf verschiedene Bildformate optimierbar – zieht nunmehr alle Aufmerksamkeit auf sich, und das Publikum vergisst Popcorn, Pils und Pausengong. Denn das gestochen scharfe, dreidimensionale Bild, faszinierend wie bewegte Dias, zieht unmittelbar in den Bann.

Die Soundtechnik will da natürlich nicht hintanstehen und gibt ihr Bestes, um die sensationelle Bildqualität zu unterstützen. Und es gelingt ihr auch – fast immer. Der raumfüllende Klang trumpft mit sehr gut verständlichen Dialogen und frischem Grundcharakter auf, und bei schwerer Action bringen unsichtbare Bass-Shaker das Kinogestühl effektvoll in Wallung. Nur noch ein Quäntchen mehr Souveränität, Wucht und dynamische Attacke, und der Sound zöge mit dem fantastischen Niveau des Superbildes gleich. Insgesamt jedoch ein tolles Erlebnis für alle Sinne, ohne Wenn und Aber!

Dein Architekt, der Angsthase

Die Installation im Hause S. schlägt selbst aufwendigste Hobbykeller-Umbauten um Längen, nein, um Häuserblocks. Schon allein deswegen, weil es sich ja eben nicht um einen Um-, sondern wirklich um einen von langer Cineastenhand geplanten Neubau handelt. Übrigens: Die von Anbeginn fest umrissenen Entwürfe wurden vom zunächst bestellten Architekten gründlich versiebt. Der Mann zeigte einfach kein Gespür für die wirklich wichtigen Dinge im Leben (Kino, Party und, genau: partytaugliches Kino) und wollte die XXL-Ideen von Herrn S. auf ein völlig inakzeptables Normalmaß eindampfen.

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